In einem aufsehenerregenden Interview mit dem früheren Fox-News-Star Tucker Carlson erhebt der iranische Präsident Massud Peseschkian schwere Vorwürfe gegen Israel.
Er behauptet, israelische Streitkräfte hätten während des zwölf Tage andauernden Krieges letzten Monat gezielt einen Anschlag auf ihn verübt, indem sie den Ort eines Treffens, an dem er teilnahm, bombardieren liessen – offenbar dank Informationen durch Spione. Der Attentatversuch sei jedoch fehlgeschlagen.
IRANIAN PRESIDENTIAL OFFICE / HA / KEYSTONE
Peseschkian im Gespräch: «Sie haben es versucht, ja. Sie haben entsprechend gehandelt, aber sie sind gescheitert.» Er betonte, dabei hätten weder die USA noch Donald Trump hinter den Attacken gestanden. Gleichzeitig kritisierte er die US-Zustimmung zu israelischen Luftschlägen und sagte, das Vertrauen in Washington sei stark gestört.
Trotz der Spannungen signalisiert der Präsident überraschend Bereitschaft zu neuen Atomgesprächen mit den USA: «Wir haben kein Problem, die Verhandlungen wiederaufzunehmen», so Peseschkian. Allerdings stellte er die Frage, ob man den USA vertrauen könne, solange Israel weiterhin Angriffe auf den Iran plane.
Das Interview markiert Peseschkians ersten Medienauftritt im Westen nach dem Krieg. Gesprächsführer Tucker Carlson ist einer der wenigen amerikanischen Kommentatoren, der Washingtons harte Linie gegen den Iran teilweise kritisiert.
Israel reagierte bislang nicht offiziell auf die Anschuldigungen. Während israelische Stellen bekanntgegeben haben, dass sie hochrangige iranische Militärs und Wissenschaftler angegriffen hätten, wurde ein Attentatsversuch auf Peseschkian bisher nicht bestätigt.
Internationale Beobachter sehen in dem Interview eine strategische Medienoffensive: Der Iran wolle damit direkt US-Konservative ansprechen und ein moderateres Bild der Regierung vermitteln. Gleichzeitig wurde Carlson kritisiert, er biete «unkritische Plattformen».