Die weltweite Demokratie zeigt laut aktuellem Index erstmals seit Jahren wieder Anzeichen einer Stabilisierung, berichtet der Economist. Laut der Analyse haben sich die Werte in fast drei Vierteln aller Länder «stabil gehalten oder verbessert», während der globale Index leicht anstieg.
Damit deutet sich ein mögliches Ende der seit Jahren beobachteten «Demokratie-Rezession» an. Besonders in Ländern im Mittelfeld – sogenannten fehlerhaften oder hybriden Demokratien – kam es zu Verbesserungen. Spitzenreiter bleiben stabile Systeme wie Norwegen und Neuseeland.
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Ein wesentlicher Treiber ist die steigende politische Beteiligung. In mehreren Regionen – insbesondere in Lateinamerika und der Karibik – legten die Werte nach Jahren des Rückgangs wieder zu. Auch in Teilen Afrikas und Asiens mobilisieren Protestbewegungen und junge Bevölkerungen vermehrt Bürger zur Teilnahme am politischen Prozess.
Auffällig ist zudem die Rolle umstrittener politischer Entwicklungen. Polarisierende Figuren und Konflikte führten in verschiedenen Ländern zu höherer Wahlbeteiligung. In Kanada wurde etwa ein Rekordwert erreicht, was sich positiv auf die demokratische Bewertung auswirkte. Auch in Rumänien führte eine hohe Beteiligung zur Aufwertung des Systems.
Gleichzeitig bleibt die Lage uneinheitlich. In den USA verschlechterte sich der Indexwert erneut. Politische Spannungen, Eingriffe in Institutionen und Einschränkungen der Medienfreiheit belasteten die Bewertung, das Land gilt weiterhin als «fehlerhafte Demokratie».
Insgesamt zeigt der Trend jedoch eine vorsichtige Gegenbewegung. Trotz anhaltender Krisen, Konflikte und autoritärer Tendenzen erweisen sich demokratische Strukturen in vielen Ländern als widerstandsfähiger als oft angenommen.