«Heim-WM ohne Fischer – konsequent oder überrissen?» Der «Club» im Schweizer Fernsehen mit diesem Titel war nur schwer erträglich für jeden, der sich in den letzten Jahren mit allem befasst hat, was nach der Corona-Zeit an die Oberfläche gespült wurde.
Über eine Stunde sprachen Sportexperten darüber, wie schwer die Fälschung des Covid-Zertifikats durch Patrick Fischer wiegt und welche Sanktionen über die juristische Strafe hinaus angemessen sind. Dass Fischer, wie längst bekannt ist, ein Zeugnis gefälscht hatte, das faktisch keinerlei Relevanz aufwies, blieb aussen vor.
Steffi Buchli, Ex-Sportmoderatorin bei SRF, tat sich besonders als Scharfrichterin hervor. Sie befand, wenn Fischer das falsche Zertifikat für Ferien benutzt hätte, wäre es halb so wild gewesen – aber bitte nicht auf «offizieller Mission».
Nicht zu vergessen an dieser Stelle: Zwischenzeitlich war Buchli in einer Führungsfunktion beim Blick, der treuesten Dienerin des Bundesrats in Sachen Corona-Politik. Sie zieht die dort verinnerlichte Linie weiter brav durch.
Roger Schnegg, Direktor von Swiss Olympic, berief sich auf die «Ethikstatuten», die Fischer vor der Reise nach China unterschrieben habe. Vermutlich kann man von einem Sportfunktionär nicht erwarten, dass er zur Abwechslung mal die gesamte Corona-Zeit nach dem Gesichtspunkt der Ethik durchleuchtet und merkt: Die offizielle Politik war weit davon entfernt.
Hockeyspieler Robin Grossmann, einst Teil der Schweizer Nati, bemühte sich verzweifelt um die Plakette «bravster Spieler 2026» von Swiss Ice Hockey und fiel Fischer konsequent in den Rücken. Munter vermischte er seine eigenen, offenbar nicht durchwegs positiven Erfahrungen mit dem Trainer mit dem aktuellen Fall.
Lichtblicke waren der Sportjournalist und Eishockey-Experte Klaus Zaugg, der lakonisch feststellte, dass der Fall «völlig aufgebauscht» worden sei und die Sache mit der Strafe vor Gericht hätte abgeschlossen sein sollen. Und Ex-Hockeyprofi Alex Chatelain, der darauf hinwies, dass durch Patrick Fischers Handlung faktisch «nichts passiert» sei.
Wo das Herz von «Club»-Moderator Peter Düggeli schlägt, war ohnehin schon nach einigen Minuten klar. Er klemmte jeden bescheidenen Versuch, die Verhältnismässigkeit der Hexenjagd auf Patrick Fischer zu hinterfragen, umgehend ab. Immerhin moderierte er nicht nur die Sendung – er vertrat auch den Sender, der die ganze Sache losgetreten hatte.