SRF-Journalist Pascal Schmitz hat sich in Facebook-Beiträgen auch über Persönlichkeiten der SRG lustig gemacht, wie eine Recherche der Weltwoche zeigt.
Schmitz schrieb am Tag der Wahl des damaligen SRG-Generaldirektors Roger de Weck, er könne «nicht entscheiden, mit welchem Auge Roger de Weck jetzt nun schielt». Weiter kommentierte er: «Als Fernsehdirektor wär so ein bisschen telegen doch noch lässig. Aber Peter Schellenberg war ja auch ein Hübscher.» Schellenberg war von 1989 bis 2003 Direktor des Schweizer Fernsehens.
Auch über die SRF-Wettersendung von Leiter Thomas Bucheli zog Schmitz auf Facebook vom Leder: «Pascal Schmitz hat gerade eine Medienmitteilung mit dem Titel ‹feuchte Frühlingsgefühle› erhalten. Erotikmarkt? Extasia? Nein! Bravo, SF Meteo.»
Die Zitate reihen sich ein in eine Serie von beleidigenden, obszönen und rassistischen Kommentaren («arabischer Hurensohn», «Arschloch»), die Schmitz in den sozialen Medien veröffentlicht hatte. SRF distanzierte sich von den Inhalten. Schmitz bat öffentlich um Entschuldigung. SRF-Chefredaktor Tristan Brenn hat sich zum Fall bisher nicht geäussert, was Medienunternehmer Roger Schawinski, ehemaliger SRF-Moderator, im Tages-Anzeiger kritisiert: «Es ist der heikelste Fall in der SRF-Informationsabteilung seit längerem, und Tristan Brenn als Chefredaktor ist nicht vorhanden, sondern schiebt seinen Stellvertreter vor. Das ist kein Zeichen von guter Führung.»
Kritik kommt auch aus der Eishockey-Szene. Stefan Bürer, legendärer SRF-Moderator und heutiger Kommunikationschef der Rapperswil-Jona Lakers, schrieb per Medienmitteilung, dass Schmitz nach Bekanntwerden der Affäre sein Mandat bei den SCRJ Lakers niederlegt. «Die Lakers wurden von Pascal Schmitz gestern [Dienstag, 21. April, die Red.] darüber informiert, dass die Weltwoche einen Artikel mit von ihm getätigten Posts veröffentlichen wird. Über die Tragweite des Inhalts konnten sich die Lakers erst nach der Veröffentlichung ein Bild machen. Die Lakers begrüssen deshalb nach Vorliegen des Artikels den Entscheid von Pascal Schmitz und verurteilen die getätigten Äusserungen in den sozialen Medien aufs Schärfste.»