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Das Kokettieren von Seco-Chefin Budliger mit den Massenmördern Che Guevara und Fidel Castro hat eine lange Tradition in Europa. Nur macht das den Affront gegen deren Opfer nicht besser

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Das Kokettieren von Seco-Chefin Budliger mit den Massenmördern Che Guevara und Fidel Castro hat eine lange Tradition in Europa. Nur macht das den Affront gegen deren Opfer nicht besser
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Lima

Vorweg eine Klarstellung: Ich rufe weder Skandal noch Schande, fordere weder Rücktritt noch Konsequenzen, meinetwegen soll Helene Budliger, Chefin des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) in Bern, das Konterfei von Che Guevara und Fidel Castro in ihrem Büro weiter zur Schau stellen. (siehe Bericht der Weltwoche)

Ich bitte lediglich: Überlegen Sie sich mal, wofür diese beiden Herren stehen.

Screenshot X @SECO_StateSec
Das Kokettieren von Seco-Chefin Budliger mit den Massenmördern Che Guevara und Fidel Castro hat eine lange Tradition in Europa. Nur macht das den Affront gegen deren Opfer nicht besser
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Ernesto «Che» Guevara, ein bekennender Stalinist, war 1959 in der Festung «La Cabaña» persönlich für die Exekution von mehreren hundert (vermeintlichen) Regime-Gegnern in Kuba zuständig. Das «Archivo Cuba», eine seriöse Quelle, hat unter der Castro-Diktatur 3’117 Exekutionen dokumentiert. Insgesamt starben gemäss konservativen Schätzungen 10'700 politische Häftlinge in den kubanischen Kerkern. Das sind mehr Todesopfer, als das Pinochet-Regime in Chile zu verantworten hatte.

Dazu kommen 25'000 bis 35'000 «asoziale Elemente», womit in der Regel Homosexuelle gemeint waren, die während den 1960er-Jahren vom Castro-Regime unter unmenschlichen Bedingungen in «Arbeitslager» gesperrt wurden, ganz offiziell notabene, neben Tausenden von politischen Häftlingen. Fidel Castro und Che Guevara haben 3 Millionen Kubaner ins Exil vertrieben. Zehntausende starben bei der Überfahrt nach Florida, ertranken oder verdursteten elend, wurden von Haien gefressen. Darüber hinaus fördert und finanziert das Regime in Havanna seit 67 Jahren kommunistische Guerillas in ganz Lateinamerika, die Tod und Elend über Millionen von Menschen brachten.

Fidel Castro verwandelte Kuba von einem der reichsten Länder Lateinamerikas in ein Armenhaus, wo eine kleine Elite von Parteibonzen in Saus und Braus lebt, während 90 Prozent der Bevölkerung kaum genug zu essen kriegen. Menschen sterben täglich im angeblichen Paradies der Gratis-Medizin, weil sie die exorbitant hohen Dollarpreise für Arzneien nicht bezahlen können. Und von wegen Schulen: In Kuba wird alles zensiert, was nicht in die Propaganda passt, insbesondere auch das Internet.

Und dafür ist, aller Propaganda zum Trotz, nicht der US-Handelsboykott verantwortlich. Sondern einzig und allein die kommunistische Misswirtschaft. Kuba konnte mit dem Rest der Welt immer ungeniert Handel betreiben, mit seinen strategischen oder ideologischen Verbündeten – namentlich Russland, China, Iran, Mexiko und Venezuela - sogar zu überaus vorteilhaften Sonderkonditionen. Trotzdem musste der einst weltweit grösste Zuckerexporteur zeitweise Zucker importieren. Sowjet- oder DDR-Bürger können Ihnen anschaulich erklären, warum das so ist.

In Peru, wo ich lebe, gibt es Eltern, in aller Regel ungebildete Indios, die ihre Kinder Hitler, Stalin oder Lenin taufen. In der Schweiz gibt es welche, die ihre Söhne zu Ehren der Castro-Brüder Raúl und Fidel taufen. Doch das sind keine Leute, denen es an Bildung und Zugang zu Information fehlt, ja, es sind nicht einmal unbedingt radikale Linke. Das Kokettieren mit der kubanischen Diktatur gehört im europäischen Juste-Milieu schon fast zum guten Ton. Lupenreine Demokraten wie Willy Brandt, François Mitterrand oder Pierre Trudeau hofierten dem Tyrannen Castro. Kulturschaffende von Weltformat - von Ernest Hemingway über Gabriel García Márquez und Jean-Paul Sartre bis Steven Spielberg, Jack Nicholson oder Robert Redford - verfielen seinem morbiden Charme.

Sie, Frau Budliger, bewegen sich also in bester Gesellschaft. Seit Jahrzehnten frage ich mich, warum das so ist. Ich finde keine plausible Antwort. In der Regel sind es dieselben Leute, welche Verständnis für die Terroristen von Hamas und Hisbollah aufbringen, derweil sie AfD und Orbán als Todfeinde der westlichen Werte verketzern. Womöglich hat es schlicht und ergreifend mit Dekadenz zu tun: Freiheit, Demokratie und Wohlstand sind für uns so selbstverständlich geworden, dass sie nur noch als leere Worthülsen daherkommen, die man mit beliebigen Inhalten füllen kann.

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