Was war das für eine aus den Lefzen geifernde Hetzjagd! Mit dem von ihnen verursachten Rücktritt von Eishockey-Nationaltrainer Patrick Fischer einen Monat vor seinem Abschiedsturnier, der Heim-Weltmeisterschaft, haben die Schweizer Medien ihr Ziel erreicht und den Helden von vier WM-Silbermedaillen (inklusive Assistenzcoach) erlegt. Bravo!
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Es ist wieder so ein Moment, wo man sich als Journalist für seinen Berufsstand fremdschämen muss. An diesem angeblichen Riesenskandal war nichts skandalös – ausser dem Verhalten der Medien selbst. Und die Geschichte war von Anfang an faul und falsch.
Was das gebührenfinanzierte Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) als Enthüllung verkaufte, war keine, sondern eine Verletzung der journalistischen Anstandsregeln. Fischer erzählte die Sache mit dem gefälschten Covid-Zertifikat für die Teilnahme an den Olympischen Spielen 2022 in Peking einem SRF-Journalisten im Rahmen einer Doku – worauf SRF dies gegen den offenherzigen eigenen Informanten wendete, Druck auf ihn ausübte und den Vorfall im grossen Stil skandalisierte.
Der Rest ist der Fluch der bösen Tat. Und ein unrühmliches Lehrstück darüber, wie unbelehrbar von Fakten und Realität die grossen Medien dieses Landes an den längst widerlegten Mythen der Covid-Zeit festhalten.
«Covid-Lüge!», schrien sie – und meinten damit nicht die Impflüge und all den anderen unwissenschaftlichen Unsinn dieser Ära, sondern das lächerliche Vergehen Fischers. Offensichtlich sind die Medien stehen geblieben auf dem Wissensstand von 2020. Oder sie tun so, um ihre Hetze zu rechtfertigen. Dass das sogenannte Zertifikat ein Witz ist, wie so vieles damals, weiss nun wirklich jedes Kind.
Die Corona-Meute feierte in der Fischer-Jagd eine nicht mehr für möglich gehaltene Renaissance. Da war sie wieder: die Komplizenschaft zwischen Medien- und Staatsmacht, die in der Covid-Ära solche Schäden an Recht, Demokratie, Wirtschaft, Seelen angerichtet hatte.
Diese mediale Hinrichtung im Rudel bestätigt wieder einmal die Erfahrung, dass sich niedere Instinkte und fundamentale Fehlbeurteilungen der Verhältnisse im Journalismus gerne in aufklärerische und moralische Pose schmeissen. Dabei ist das Medienverhalten von Tag eins dieser «Pandemie» bis zum finalen Horn- und Triumphstoss über den erledigten Nationaltrainer als letzte Zuckung das Lichterlöschen jeder journalistischen Aufklärung und Machtkritik.
Was man Fischer vorwerfen könnte, ist nicht, dass er einem absurden Unrechtssystem ein Schippchen schlug, sondern dass er sich so zerknirscht gab und nicht offensiv den ganzen Corona-Wahnsinn am Beispiel seines Falls vorführte. Das hätte eine interessante Debatte gegeben.
So bleibt nur, dem Ausnahmespieler und -trainer zu danken, der immer seinen eigenen, erfolgreichen Weg ging und die Eishockey-Nation gleich dreimal zu Beinaheweltmeistern machte. Den letzten Höhepunkt seiner Nati-Karriere hat ihm die Meute versaut. Vermutlich ist sie noch stolz darauf.