Welt-Herausgeber Ulf Poschardt bewertet den Wahlsieg von Péter Magyar in Ungarn als Ausdruck einer funktionierenden Demokratie und würdigt zugleich die Rolle von Viktor Orbán. In einem Kommentar schreibt er, man solle «nicht von einer gelenkten, sondern von einer gut funktionierenden Demokratie sprechen».
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Poschardt hält fest, Orbán habe seinem Herausforderer «vorbildlich gratuliert», wodurch ein Regierungswechsel möglich geworden sei. Der Sieg Magyars markiere einen politischen Umbruch, den dieser selbst als grundlegenden Wandel angekündigt habe.
Poschardt beschreibt Orbán als prägende Figur in Europa, die wiederholt Konflikte innerhalb der Europäischen Union sichtbar gemacht habe. Er bezeichnet ihn als «Nervensäge vom Dienst», die die Einheit der EU in Frage gestellt habe, etwa in der Migrationspolitik, beim «Green Deal» oder bei regulatorischen Entwicklungen in Brüssel.
Zugleich geht Poschardt auf Kritik an Orbán ein. Er erwähnt Berichte über Korruption und Nepotismus sowie eine zunehmende Distanz zu Teilen der Wählerschaft. Auch internationale Positionierungen hätten innenpolitisch an Rückhalt verloren.