Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther, der unter dem Einfluss seines grünen Koalitionspartners farbenpolitisch ins dunkle Tannengrün changiert, hat eine Zuckersteuer angeregt.
Zähne, Blutdruck, Adipositas – man kennt die Argumente. Zudem schwingt der antikapitalistische Reflex mit, dass Zucker Abhängigkeiten schafft: Die Branche fixt die Süchtigen von morgen an.
In der nun anhebenden Debatte wird ausschliesslich über den ersten Teil des Wortes gestritten: Zucker und wie schädlich oder nicht er ist.
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Wichtiger ist jedoch der zweite Teil: Steuer. Von weniger Zucker in Lebensmitteln profitiert – vielleicht – der Verbraucher. Von einer Steuer profitiert – immer – der Staat.
Das begann mit Kaiser Wilhelms Schaumweinsteuer zur Finanzierung der Flotte und hört beim Zucker längst nicht auf. Der Staat, der unersättliche, greift beim Bürger Geld ab, wo er nur kann.
Wenn schon, warum nicht eine Zuckerabgabe, deren Erlös nicht dem Fiskus zufliesst, sondern dem Roten Kreuz oder der Pflege? Das wäre überzeugender und glaubwürdiger.
Ach so. Glaubwürdig. Das falsche Wort in der Politik.