Eine kleine Gruppe ehemaliger ukrainischer Geheimdienstagenten soll mutmasslich verantwortlich für den Anschlag auf die Nord-Stream-Pipelines im September 2022 sein. Dies geht aus einem neuen Buch der Investigativjournalisten Oliver Schröm und Ulrich Thiele hervor, wie sie T-online berichten. Demnach soll die Operation nicht direkt von einem Geheimdienst ausgeführt worden sein, sondern von zwei Hauptakteuren, die zuvor vom US-Auslandsgeheimdienst CIA ausgebildet worden seien.
Danish Defence Command via AP
Die beiden sollen weitgehend unabhängig gehandelt haben und der ukrainischen Regierung unter Präsident Wolodymyr Selenskyj kritisch gegenüberstehen. Laut den Autoren sind sie nach dessen Amtsantritt 2019 aus staatlichen Strukturen gedrängt worden. Als mögliches Motiv nennen Schröm und Thiele den Versuch, Russland ein zentrales Druckmittel im Krieg zu entziehen.
Unklar bleibt gemäss den Angaben, in welchem Umfang US- oder ukrainische Geheimdienste involviert waren. Die CIA soll den Drahtziehern zunächst Unterstützung angeboten haben, später jedoch nach Erkenntnissen eines niederländischen Geheimdienstes europäische Partner gewarnt haben. Selenskyj selbst soll nicht konkret über die Pläne informiert gewesen sein.
Auch die deutsche Bundesregierung soll im Vorfeld Hinweise erhalten haben. Demnach habe der damalige Kanzleramtschef Wolfgang Schmidt eine konkrete Warnung aus den Niederlanden bekommen. Zudem erheben die Autoren Vorwürfe gegen einzelne Journalisten und sprechen von möglichen Verbindungen zur Bundesregierung.