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China mobilisiert «nationale Mannschaft» gegen Trumps Zölle

Mit massiven Interventionen versucht Chinas Regierung, den durch neue US-Zölle ausgelösten Börsencrash abzufangen. Wie die Financial Times berichtet, hat Peking eine koordinierte Aktion staatlicher Institutionen eingeleitet, um die Aktienmärkte zu stützen – eine Reaktion auf Donald Trumps «Liberation Day», der drastische Zollerhöhungen auf chinesische Produkte brachte.

KEN ISHII/POOL / KEYSTONE
epa11993874 China's President Xi Jinping applauds as he hosts a meeting with global business leaders at the Great Hall of the People, in Beijing, China, 28 March 2025
KEN ISHII/POOL / KEYSTONE

Im Zentrum der Offensive steht die staatliche Beteiligungsgesellschaft Central Huijin. In einer Erklärung bezeichnete sie sich als Teil der «nationalen Mannschaft» – ein Begriff für koordinierte Rettungsaktionen chinesischer Finanzakteure. Huijin kündigte an, ihre Aktienbestände aufzustocken. Kurz darauf folgten weitere Grossinvestoren wie China Chengtong Holdings mit 100 Milliarden Yuan (zirka 13,6 Milliarden US-Dollar) und China Reform Holdings mit 80 Milliarden Yuan.

Auch der staatliche Sozialversicherungsfonds sowie mehrere Versicherungsgesellschaften, deren Investitionsregeln gelockert wurden, beteiligten sich. Über hundert börsennotierte Unternehmen, darunter Schwergewichte wie Sinopec, China Mobile und Moutai, kündigten Aktienrückkäufe an.

Der Leitindex CSI 300, der zu Wochenbeginn um 7 Prozent eingebrochen war, konnte sich wieder etwas erholen. Analyst Ting Lu von Nomura erklärte der Financial Times: «Das erste echte Schlachtfeld im Zollkrieg sind die Finanzmärkte.» Die Eingriffe erfolgen vor dem Hintergrund einer schwächelnden Konjunktur und eines kriselnden Immobilienmarkts.

Bereits 2024 hatten laut Goldman Sachs Chinas «nationale Teams» Aktien im Wert von 740 Milliarden Yuan aufgekauft. Der Begriff wurde nach dem Börsencrash 2015 populär und steht seither für marktstützende Massnahmen durch staatliche Akteure. In Zhejiang tagten jüngst lokale Behörden und Zentralbankvertreter, um Rückkäufe zu koordinieren.

Beobachter rechnen nun mit weiteren Konjunkturimpulsen – möglicherweise sogar vorgezogenen Zinssenkungen. Die Stabilisierung des Aktienmarkts sei «ein zentrales Element» der wirtschaftspolitischen Agenda, sagte Kinger Lau von Goldman Sachs. Am Mittwoch schloss der CSI 300 1 Prozent im Plus – ein Signal, dass Pekings Eingreifen zumindest kurzfristig Wirkung zeigt.

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