Die deutsche Bundeswehr stösst mit ihrem neuen Wehrdienstmodell auf Widerstand: Tausende junge Männer ignorieren den verpflichtenden Fragebogen zum Militärdienst. Nach Angaben der Bundeswehr haben bislang 28 Prozent der angeschriebenen 18-Jährigen nicht reagiert. Wer Mahnungen weiterhin unbeachtet lässt, muss mit Bussgeldern rechnen.
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Die Fragebögen werden seit Januar auf Grundlage des neuen Wehrdienstgesetzes verschickt. Männer müssen Auskunft über ihre Bereitschaft und Eignung für den Dienst geben, für Frauen bleibt die Teilnahme freiwillig. Laut Bundeswehr signalisiert etwa die Hälfte der Antwortenden grundsätzlich Interesse an einem freiwilligen Wehrdienst von mindestens sechs Monaten.
Das Verteidigungsministerium macht jedoch klar, dass die Antwortpflicht durchgesetzt werden soll. Wer den Fragebogen nach Ablauf der Fristen und trotz Mahnung nicht zurückschickt, kann mit einer Busse von 250 Euro belegt werden. Nach Informationen des Nachrichtenmagazins Spiegel wären rechtlich sogar Strafen von bis zu 1000 Euro möglich gewesen.
Innerhalb der Regierung gilt die Rücklaufquote dennoch als ordentlich. Laut Ministerium beantworteten 86 Prozent der rund 106.000 angeschriebenen Männer den Fragebogen fristgerecht. Weitere 5 Prozent reagierten nach einer Mahnung. Insgesamt liegt die Rücklaufquote damit bei 91 Prozent.
Entscheidend bleibt nun, wie viele Interessenten tatsächlich zur Truppe gehen. Aus Bundeswehrkreisen heisst es, viele Bewerber würden nur zusagen, wenn ein möglichst wohnortnaher Einsatz möglich sei. Lange Distanzen zu Kasernen senkten die Bereitschaft deutlich.
Verteidigungsminister Boris Pistorius will die Zahl der aktiven Soldaten bis 2035 von derzeit gut 184.000 auf bis zu 270.000 erhöhen. Falls die Rekrutierung über das freiwillige Modell scheitert, könnte Deutschland wieder eine verpflichtende Wehrpflicht einführen.