Deutschlands Bahnhöfe verzeichnen einen deutlichen Anstieg der Gewaltkriminalität. Nach Zahlen der Bundespolizei wurden im vergangenen Jahr mehr als 27.800 Gewaltdelikte im Bahnbereich registriert. Besonders betroffen waren laut Welt die Hauptbahnhöfe in Leipzig, Dortmund und Berlin.
Die Bundespolizei erfasste zudem mehr als 980 Messerdelikte und über 2200 Sexualdelikte. Mehr als 5600 Gewalttaten richteten sich gegen Polizeibeamte. Nach Angaben der Behörde werden nichtdeutsche Tatverdächtige bei Gewalt-, Messer- und Sexualdelikten gemessen an ihrem Bevölkerungsanteil deutlich häufiger registriert als deutsche Tatverdächtige.
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Die Entwicklung löst parteiübergreifend politische Reaktionen aus. SPD und Union fordern mehr Sicherheitsmassnahmen, darunter zusätzliche Polizeipräsenz, moderne Kameratechnik und den verstärkten Einsatz digitaler Überwachungssysteme. Die AfD macht die Migrationspolitik für die Entwicklung verantwortlich und verlangt härtere Strafen sowie konsequentere Abschiebungen. Die Grünen kritisieren dagegen die starke Bindung von Bundespolizisten an Grenzkontrollen und fordern mehr Personal an Bahnhöfen.
Kriminologen warnen jedoch vor Alarmismus. Bahnhöfe seien traditionell Kriminalitätsschwerpunkte, weil dort viele Menschen auf engem Raum zusammenkämen. Von «No-go-Areas» könne bei deutschen Grossbahnhöfen dennoch keine Rede sein.