Der Präsident des Bundesnachrichtendienstes (BND), Bruno Kahl, schlägt Alarm: Russland verschärfe seine hybriden Angriffe auf Deutschland. In einem Interview mit dem Onlineportal Politico sprach Kahl von einer «deutlich gesteigerten Aggressivität» auf allen Ebenen – von Cyberangriffen über Desinformation bis zu Einflussoperationen im politischen Raum.
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«Wir sehen derzeit eine ganz neue Qualität russischer Einflussnahme», so Kahl. Der Kreml setze gezielt darauf, Vertrauen in demokratische Institutionen zu untergraben, Wahlen zu manipulieren und die gesellschaftliche Debatte zu spalten. Laut BND handelt es sich um eine «strategische Gesamtoffensive», die sich gegen zentrale Pfeiler der politischen Ordnung in Deutschland richte.
Besonders besorgniserregend sei die Zunahme von Desinformationskampagnen in sozialen Medien, bei denen prorussische Narrative über vermeintliche Missstände in Europa gestreut würden. Auch Cyberattacken auf staatliche Stellen und Infrastrukturen nähmen zu. Die Bedrohung sei «ernst», betonte Kahl, und man müsse mit einer weiteren Eskalation rechnen.
Gleichzeitig warnte der BND-Chef davor, russische Desinformation zu unterschätzen: «Es geht nicht nur um Technik, sondern um Köpfe und Meinungen. Russland zielt auf das Bewusstsein der Menschen.»
Die Bundesregierung arbeite eng mit europäischen Partnerdiensten zusammen, um der Bedrohung zu begegnen. Doch Kahl mahnte auch zur Wachsamkeit der Gesellschaft: «Hybride Kriegsführung bedeutet, dass der Krieg nicht erst dann beginnt, wenn Panzer rollen.»