Während beim Deutschen Katholikentag in Würzburg erneut keine Vertreter der AfD eingeladen waren, hat Papst Leo im Vatikan zeitgleich den AfD-Bundestagsabgeordneten Malte Kaufmann empfangen. Der Politiker nahm nach eigenen Angaben an einer Audienz für Parlamentarier der OSZE teil und veröffentlichte anschliessend Fotos und Aussagen zum Gespräch mit dem Oberhaupt der katholischen Kirche.
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Die Organisatoren des Katholikentags hatten die AfD wie bereits in den vergangenen Jahren ausgeschlossen. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Heiner Koch, verteidigte den Schritt mit Verweis auf das christliche Menschenbild und die Haltung der Kirche gegenüber Schwächeren und Minderheiten. Aussagen wie «Deutsches Blut auf deutschem Boden» dürften nicht toleriert werden, sagte Koch. Man müsse extremistischen Positionen, egal von welcher Seite, entschieden entgegentreten.
Auch Bundestagspräsidentin Julia Klöckner erklärte, es gebe Positionen innerhalb der AfD, die schwer mit dem christlichen Menschenbild vereinbar seien. Eine direkte Bewertung des Ausschlusses in Würzburg vermied sie jedoch.
Parallel dazu traf Kaufmann im Vatikan auf Papst Leo. Der AfD-Politiker schrieb anschliessend auf der Plattform X, er habe dem Papst erklärt, «dass die AfD für die Familie und christliche Werte kämpft». Weiter behauptete Kaufmann: «Er war froh, dies zu hören, und hat sich dafür bedankt.»
In einem zusätzlich veröffentlichten Video kritisierte Kaufmann den Ausschluss seiner Partei vom Katholikentag scharf. Dies sei «eine Spaltung der Gesellschaft», die von der katholischen Kirche betrieben werde. Zugleich erklärte er, er habe im Vatikan Gelegenheit gehabt, «das falsche Bild, das über die AfD verbreitet wird, zurechtzurücken».
Nach Angaben der Organisatoren der Audienz stand beim Treffen der OSZE-Parlamentarier mit dem Papst vor allem die Bekämpfung der Drogenkriminalität und deren Verharmlosung im Internet im Mittelpunkt. Kaufmann gehört der deutschen Delegation in der Parlamentarischen Versammlung der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa an.
Der Katholikentag verzichtet seit Jahren auf Einladungen an AfD-Vertreter. Eine Ausnahme gab es 2018 in Münster, als der damalige religionspolitische Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion, Volker Münz, an einer Podiumsdiskussion teilnahm. Bereits damals hatte dies innerhalb der Kirche heftige Kontroversen ausgelöst.