In der Union kursieren neue Spekulationen über einen möglichen Austausch von Bundeskanzler Friedrich Merz. Eine gegenwärtige Forsa-Umfrage zeigt jedoch: Eine Mehrheit der Deutschen glaubt nicht, dass CDU und CSU mit einem anderen Kanzlerkandidaten bessere Zustimmungswerte erzielen würden, berichtet die Welt.
In der Erhebung für das Magazin Stern und den Sender RTL erklärten 53 Prozent der Befragten, ein Wechsel an der Spitze würde der Union nicht helfen. 41 Prozent glauben hingegen, dass CDU und CSU erfolgreicher wären, wenn Merz das Kanzleramt an einen anderen Unionspolitiker abgeben würde. Selbst unter Anhängern der Union sieht ein beträchtlicher Teil Verbesserungsmöglichkeiten: 42 Prozent der CDU/CSU-Wähler halten einen anderen Kanzler aus den eigenen Reihen für aussichtsreicher, 56 Prozent widersprechen.
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Auslöser der Debatte sind Berichte über interne Gedankenspiele innerhalb der Union. Mehrere Medien meldeten zuletzt, angesichts der schwierigen Lage der schwarz-roten Bundesregierung werde über Alternativen zu Merz diskutiert. Dabei fiel insbesondere der Name des nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Hendrik Wüst. Aus dem Umfeld des Kanzlers wurden die Spekulationen allerdings scharf zurückgewiesen. Dort war von «wüsten Spekulationen» und einer «naiven Idee» die Rede.
Führende Christdemokraten bemühen sich derweil um demonstrative Geschlossenheit. Sowohl Wüst selbst als auch Unionsfraktionschef Jens Spahn bekannten sich öffentlich zu Merz. CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann sprach im ZDF von «Scheindebatten». Die Bürger interessierten sich aus seiner Sicht nicht für Personalfragen, sondern für sinkende Energiepreise und niedrigere Steuern.
Auch Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther stellte sich demonstrativ hinter den Kanzler. In der ARD bezeichnete er die Diskussion über einen möglichen Kanzlerwechsel als «absurd» und von aussen an die Union herangetragen. Einen Autoritätsverlust von Merz sehe er «überhaupt gar nicht».
Zusätzliche Aufmerksamkeit erhält die Debatte durch ein Treffen von Merz und Wüst im sauerländischen Meschede. Dort findet auf Einladung der nordrhein-westfälischen CDU eine bereits seit längerem geplante Klausur statt. Nach Angaben aus CDU-Kreisen steht die Veranstaltung jedoch nicht im Zusammenhang mit den aktuellen Spekulationen.