Eine Schweizer Klinik verlangt von der Familie eines 16-jährigen Brandopfers aus Italien rund 67.000 Franken für eine kurze Behandlung. Dies berichtet die italienische Zeitung La Repubblica. Der Jugendliche war nach der Brandkatastrophe von Crans-Montana mit zahlreichen Toten zunächst im Spital in Sitten versorgt worden.
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Nach Angaben des Vaters wurde der Sohn dort während rund fünfzehn Stunden stabilisiert und anschliessend nach Mailand verlegt. Für diese Behandlung stellte das Spital eine Rechnung über umgerechnet etwa 72.000 Euro aus. Die Familie habe ursprünglich mit medizinischen Unterlagen gerechnet, stattdessen sei die Forderung per E-Mail eingetroffen.
Der Vater sagte der Zeitung: «Stattdessen war da eine Rechnung über fast 67.000 Franken.» Die Summe stehe «in keinem Verhältnis» zur erbrachten Leistung. Zugleich sei eine zugesagte Soforthilfe in Höhe von 50.000 Franken bislang nicht bei der Familie eingetroffen.
Der Jugendliche erlitt bei dem Brand schwere Verbrennungen und musste seither mehrfach operiert werden. Laut Vater handelt es sich bereits um den achten Eingriff. Die Behandlung sei weiterhin nicht abgeschlossen.
Der Vater äusserte zudem den Verdacht, dass die Kosten möglicherweise gegenüber Italien geltend gemacht werden könnten. Er sagte: «Ich habe das schreckliche Gefühl, dass sie enorme Kosten in Rechnung gestellt haben, um sie dann von Italien einzufordern.»
Nach seiner Ansicht sollten die Verantwortlichen der Unglücksursache sowie zuständige Behörden zur Rechenschaft gezogen werden. Der Jugendliche besucht inzwischen wieder die Schule, befindet sich jedoch weiterhin in medizinischer Behandlung.