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Bergsturz von Blatten: «Kein dramatischer Anstieg von Fels- und Bergstürzen», sagt der Fachmann. Der Journalist verzweifelt: Schuld will einfach nicht der Klimawandel sein!

Der Bergsturz am Bietschhorn beschäftigt die Einwohner von Blatten, das Lötschental, die Nation. Die Natur lässt wieder einmal die Muskeln spielen. Der Mensch steht da, staunt, bangt – und kann nichts dagegen tun.

«Einen Berg kann man nicht aufhalten», sagt Robert Kenner vom Institut für Schnee- und Lawinenforschung in Tages-Anzeiger und Co.

Blatten, Lötschental.
Bergsturz von Blatten: «Kein dramatischer Anstieg von Fels- und Bergstürzen», sagt der Fachmann. Der Journalist verzweifelt: Schuld will einfach nicht der Klimawandel sein!
Blatten, Lötschental.

Das Interview ist aber vor allem auch deshalb bemerkenswert, weil der Journalist unbedingt seine These bestätigt sehen will, dass der Klimawandel schuld sei. Immer wieder kommt er damit. Aber es will einfach nicht sein. Der cool bleibende Fachmann weigert sich standhaft, zu sagen, was der Journalist hören will.

Frage eins lautet, was der Bergsturz uns sagen wolle. Antwort: Der Berg sei keine homogene Masse, es gebe Schwächezonen, die Gravitation ziehe, letztlich versage der Hang. «Kurz: ein Bergsturz – wie es ihn heute oder in tausend Jahren geben kann.»

Der Journalist wollte offenbar etwas anderes hören. Aber der Permafrost spiele doch durchaus eine Rolle, wirft er ein. Handle es sich doch um die Höhenzone, die in den letzten Jahrzehnten am stärksten aufgetaut sei.

Robert Kenner, Kenner der Materie, bleibt ruhig. Ein solcher Einfluss sei möglich. «Aber die instabile Situation in Blatten will ich aus der Distanz auch nicht beurteilen.» Generell sagt er, die Instabilitäten in gefrorenen Felswänden hätten sich «über die Jahrtausende gebildet».

Wie instabil sind denn unsere Alpen, fragt der Journalist weiter. Die Antwort entbehrt erneut jedes Alarmismus: In den letzten zwanzig, dreisig Jahren hätten wir über die Hälfte des Permafrosts verloren. «Und trotzdem konnten wir keinen dramatischen Anstieg von Fels- und Bergstürzen feststellen.» Zudem bedecke der Permafrost nur 3 Prozent der Landesfläche. Sein Schwinden werde also auch in Zukunft «nur sehr wenige Talschaften betreffen».

«Diese aber umso mehr», meint der Journalist. Kenner lässt sich auch jetzt nicht ins Bockhorn jagen. Das sei im Einzelfall möglich. «Aber grossflächig wird und das Gebirge nicht auf den Kopf fallen.»

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