Die belgische Regierung stoppt den Rückbau aller Atomreaktoren im Land. Dies teilte Premierminister Bart De Wever gemeinsam mit dem Betreiber Engie in einer Erklärung mit. Ziel sei es, «sicherzustellen, dass dem belgischen Staat alle Optionen offenstehen».
Regierung und Unternehmen vereinbarten zudem, Verhandlungen über eine mögliche staatliche Übernahme der Reaktoren aufzunehmen. Das Parlament hatte bereits im vergangenen Jahr den zuvor beschlossenen Atomausstieg rückgängig gemacht.
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Derzeit sind in Belgien noch zwei Reaktoren in Betrieb, einer im Kraftwerk Doel nahe der niederländischen Grenze und einer im AKW Tihange bei Lüttich. Beide Anlagen sollten ursprünglich abgeschaltet werden, ihre Laufzeiten wurden jedoch nach der Energiekrise 2022 bis 2035 verlängert.
Zusätzlich gibt es fünf stillgelegte Reaktoren, drei in Doel und zwei in Tihange. Dazu zählt auch der Reaktor Tihange 2, der 2023 ausser Betrieb ging. Die Anlagen stammen überwiegend aus den 1970er und 1980er Jahren.
De Wever begründete den Kurs mit energiepolitischen Zielen. Die Regierung setze auf «sichere, bezahlbare und nachhaltige Energie» sowie auf eine geringere Abhängigkeit von fossilen Importen und mehr Kontrolle über die eigene Versorgung.