Das Bahnprojekt Stuttgart 21 wird nach aktuellen bahninternen Einschätzungen voraussichtlich erst 2031 vollständig in Betrieb gehen. Wie die Süddeutsche Zeitung unter Berufung auf Ergebnisse einer konzerninternen Revision berichtet, soll der Aufsichtsrat der Deutschen Bahn AG in Kürze über die erneute Verzögerung informiert werden.
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Demnach geht die neue Bahnführung nach einer Überprüfung des Projekts davon aus, dass der Stuttgarter Bahnknoten mit dem unterirdischen Durchgangsbahnhof deutlich später fertiggestellt wird als zuletzt geplant. Eine offizielle Bestätigung liegt bislang nicht vor. Auch die Projektpartner – das Land Baden-Württemberg, die Stadt Stuttgart sowie die Region Stuttgart – sollen erst Ende Juni formell informiert werden.
Die neue Bahnchefin Evelyn Palla hatte kurz nach ihrem Amtsantritt Ende 2025 eine umfassende Revision des Projekts angeordnet. Bereits zuvor war die ursprünglich für Ende 2026 vorgesehene Teilinbetriebnahme abgesagt worden. Die Untersuchung sollte Ursachen für die wiederholten Verzögerungen und Kostensteigerungen aufarbeiten.
Als Hauptgrund für die neuerliche Verschiebung gilt nach Medienberichten die Notstromversorgung des Tiefbahnhofs. Die bisher vorgesehene Lösung soll nicht genehmigungsfähig sein. Nun müsse eine alternative technische Ausführung entwickelt werden. Die Notstromsysteme sind für den Betrieb sicherheitsrelevanter Anlagen wie Evakuierungs- und Rettungseinrichtungen erforderlich. Zuvor war vor allem die Digitalisierung des Bahnknotens als kritischer Faktor genannt worden.
Stuttgart 21 zählt zu den grössten Infrastrukturprojekten Deutschlands. Bei Baubeginn im Jahr 2010 war die Fertigstellung für 2019 vorgesehen. Die Kosten wurden damals mit rund 4,5 Milliarden Euro veranschlagt. Inzwischen liegen sie bei mehr als 11 Milliarden Euro.
Stuttgarts Oberbürgermeister Frank Nopper (CDU) reagierte mit scharfer Kritik auf die Berichte. «Wenn die Spekulationen zutreffen, dann ist dies eine Hiobsbotschaft für Stuttgart und für das Projekt Stuttgart 21», erklärte er. Die Grundidee des Projekts bleibe richtig, die Umsetzung entwickle sich jedoch «offenbar zu einem Fiasko». Zugleich bescheinigte er der neuen Bahnführung mehr Transparenz und Entschlossenheit bei der Aufarbeitung der Probleme.
Mit der möglichen Verschiebung auf 2031 würde sich die Fertigstellung des Projekts um rund zwölf Jahre gegenüber dem ursprünglichen Zeitplan verzögern.