Die jurassische Gemeinde Pruntrut führt nach dem letztjährigen Ausländerverbot in ihrer Freibadanlage ein neues Eintrittssystem ein: Nichtansässige bezahlen ab dieser Saison doppelt so hohe Eintrittspreise wie Einwohner. Das bestätigte die Gemeinde zum Saisonstart am vergangenen Wochenende, wie 20 Minuten berichtet.
Erwachsene Besucher ohne Wohnsitz in der Region zahlen neu 15 statt 7.50 Franken, Jugendliche 10 statt 5 Franken. Zudem können Nichtansässige ihre Tickets nur online erwerben und erhalten kein Saisonabonnement mehr. Die Massnahmen betreffen vor allem Besucher aus dem nahen Frankreich. Die Badi Pruntrut hatte im vergangenen Sommer international Schlagzeilen ausgelöst, nachdem die Gemeinde wegen wiederholter Zwischenfälle mit französischen Jugendlichen den Zugang zeitweise auf Personen mit Wohn- oder Arbeitssitz in der Schweiz beschränkt hatte.
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Gemeindepräsident Philippe Eggertswyler erklärte der Zeitung 24 heures, die Gemeinde wolle sich weiterhin Handlungsspielraum sichern. Deshalb verabschiedete der Gemeinderat im März ein neues Reglement. Dieses sieht vor, bei starkem Andrang oder erhöhtem Sicherheitsbedarf den Zugang für bestimmte Gruppen vorübergehend einzuschränken. Das Reglement ist allerdings noch nicht in Kraft, weil mehrere Einsprachen eingegangen sind. Nun folgt ein Schlichtungsverfahren.
«Es ist legitim, dass ein so sensibles Thema Reaktionen auslöst», sagte Eggertswyler. Gleichzeitig habe die Gemeinde die Verantwortung, konkrete Antworten auf Probleme zu geben. Einen Termin für die mögliche Einführung der neuen Regeln nannte er nicht. Falls es notwendig werde, werde die Gemeinde aber «die erforderlichen Massnahmen ergreifen».
Bereits im vergangenen Jahr hatte die Eidgenössische Kommission gegen Rassismus das damalige pauschale Ausländerverbot kritisiert. Ein genereller Ausschluss ausländischer Personen sei «problematisch und irritierend». Die Kommission empfahl individuelle Sanktionen gegen Personen, die gegen Regeln verstiessen, statt kollektiver Verbote.
Eggertswyler erklärte nun, man habe diese Kritik ernst genommen und die neuen Massnahmen rechtlich besser abgesichert.