Die strategischen Ziele von Donald Trump im Konflikt mit Iran zielen nach Einschätzung des britischen Publizisten Douglas Murray klar auf die Verhinderung iranischer Atomwaffen – nicht auf einen umfassenden Regimewechsel. Dies argumentiert der Autor im Magazin The Spectator.
Murray schreibt, das zentrale Ziel der US-Administration sei von Beginn an gewesen, Iran dauerhaft am Erwerb nuklearer Fähigkeiten zu hindern. «Der eine nicht verhandelbare Punkt war, dass Iran keine Atomwaffen haben darf.» Hinweise aus Verhandlungen hätten gezeigt, dass Teheran «nur noch Wochen von einem nuklearen Durchbruch entfernt» gewesen sei.
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Die aktuelle Militärstrategie wird dabei nicht mit dem Irakkrieg von 2003 verglichen, sondern mit dem israelischen Angriff auf den irakischen Reaktor Osirak 1981. Damals zerstörte Israel die Anlage in einem kurzen Luftschlag und verhinderte so den Bau einer Atombombe durch das Regime von Saddam Hussein. Trotz internationaler Kritik habe sich dieser Schritt später als strategisch entscheidend erwiesen.
Trump verfolgt laut Murray eine ähnliche Doktrin: gezielte militärische Schläge statt langwieriger Bodenkriege. Bereits die Tötung des iranischen Generals Qasem Soleimani 2020 habe gezeigt, dass die USA punktuell agieren und gleichzeitig Abschreckung erzielen könnten. Auch jüngste Operationen – etwa gegen Venezuelas Führung – werden als Beleg für diese Linie gewertet.
Kritiker warnen hingegen vor einer Eskalation nach dem Muster früherer Interventionen im Nahen Osten. Sie verweisen auf die Gefahr eines langwierigen Engagements mit Bodentruppen. Murray hält dem entgegen, diese Lesart verkenne die tatsächliche Zielsetzung. Ein Sturz des Regimes in Teheran sei maximal ein wünschenswertes Szenario, nicht jedoch Voraussetzung der Strategie.
Im Kern gehe es um eine begrenzte, militärisch-technische Mission: die nachhaltige Zerstörung oder Verzögerung iranischer Nuklearkapazitäten. Die Dauer der Operation erkläre sich daraus, dass Iran seine Anlagen dezentral organisiert habe – anders als Irak 1981.
Die entscheidende Frage bleibt, ob diese Strategie die nukleare Aufrüstung Irans tatsächlich dauerhaft stoppen kann – ohne in einen offenen Krieg umzuschlagen.