Jacqueline Fehr ist «erschüttert» und «auch etwas ratlos», dass im letzten Jahr 34 Menschen im häuslichen Bereich getötet wurden, über hundert wurden bei unvollendeten Tötungsdelikten verletzt und traumatisiert, die Mehrheit dieser Opfer sind Frauen. Die Zürcher Justizdirektorin führt die hohen Opferzahlen auf den strukturellen Patriarchalismus zurück.
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Weil Frauen in der heutigen Gesellschaft nicht «gleichwertig akzeptiert» würden, sind sie automatisch Opfer, die Männer automatisch Täter. Dieses Weltbild wollen Fehr und ihre SP-Genossen der Politik, der Justiz, den Medien und Schulen eintrichtern, um Steuermillionen für Präventionsprogramme locker zu machen. Mit dem Signalwort «Femizid» hat die Linke ein Dauerthema dafür gefunden, die Restbestände ihrer Wählerschaft bei Laune zu halten.
In einem Interview mit dem Tages-Anzeiger schiesst Fehr unter dem Vorwand der häuslichen Gewalt denn auch gegen alles, was der SP-Frau nicht passt: gegen die Swisscom und das Bundesamt für Kommunikation, die bei der Einführung einer Femizid-Notnummer nicht nach der Pfeife Fehrs tanzen wollen, oder gegen die Kantone, die sich aus finanziellen oder – wie Fehr behauptet – aus «weltanschaulichen» Gründen gegen Massnahmen zum Schutz von sogenannter geschlechtsspezifischer Gewalt sträubten. Dabei wisse man doch, so Fehr, dass häusliche Gewalt «in eher abgeschlossenen Milieus» in den Randregionen immer schon sehr präsent gewesen sein soll. Soso.
Worüber Fehr so gar nicht sprechen will, ist die Tatsache, dass Ausländer bei der häuslichen Gewalt im Verhältnis zu ihrer jeweiligen Bevölkerungsgruppe und im Vergleich mit Schweizern deutlich überrepräsentiert sind – sowohl als Opfer als auch als Täter. «Bei uns werden immer noch häufig Alibidiskussionen geführt, zum Beispiel, indem man häusliche Gewalt auf ein Ausländerproblem reduziert», sagt dazu die Zürcher Justizdirektorin. Ausländer und häusliche Gewalt – ein Alibithema? Ein Ablenkungsmanöver des Patriarchats? Eine Verschwörungstheorie der Fremdenfeinde?
Das Bundesamt für Statistik, angegliedert beim seit über zehn Jahren von SP-Bundesräten geführten Innendepartement, hat im letzten Jahr eine Zusatzerhebung im Rahmen der polizeilichen Kriminalstatistik veröffentlicht. Zwischen 2019 und 2023 wurden in der Schweiz 131 Menschen im häuslichen Bereich getötet. 44 Prozent der Täter waren Ausländer. Bei den 281 versuchten Tötungsdelikten waren 55 Prozent der Täter Ausländer.
Im Bericht heisst es dazu: «Ausländische Männer weisen mit 1,7 pro 100.000 Einwohner eine rund 2,8-mal höhere Tatverdächtigenbelastungszahl auf als Schweizer Männer (0,6).» Anders ausgedrückt: Im häuslichen Bereich sind ausländische Männer fast dreimal gewalttätiger als Schweizer Männer. Könnte es etwa sein, dass es Unterschiede gibt zwischen dem – um in Fehrs Weltbild zu bleiben – eidgenössischen Patriarchat und dem importierten Patriarchat?
Die Überrepräsentiertheit ausländischer Täter ist auch im ausserhäuslichen Bereich gravierend. Die Kriminalstatistik 2025 hat gezeigt, dass Ausländer vor allem bei der Anwendung schwerer Gewalt stark übervertreten sind. So wurde im letzten Jahr etwa jede zweite Vergewaltigung (54 Prozent) von einem Ausländer verübt. Für das Jahr 2024 hat die Statistik ergeben, dass bei der häuslichen Gewalt sogar ausländische Frauen häufiger Täter sind als Schweizer Männer. Aber Jacqueline Fehr lässt sich von der Realität nicht beirren: «Häusliche und geschlechtsspezifische Gewalt haben ihren Ursprung im Patriarchat.»