Das Eidgenössische Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann hat eine neue Kampagne zu Grenzverletzungen und Gewalt lanciert. Dies berichtet die NZZ. Auf Plakaten und einer begleitenden Website wirbt die Behörde dafür, frühe Formen von Herabsetzung und Verunsicherung stärker wahrzunehmen.
Auf einem grossen Plakat in Zürich steht der Satz: «Die Witze gehen auf deine Kosten. Immer.» Darunter folgt die Aussage: «Auch so beginnt Gewalt.» Zudem wird eine Telefonnummer für «Rat und Hilfe» angegeben. Auf der Kampagnenwebsite heisst es: «Gewalt beginnt früher, als du denkst.» Als Beispiele für Grenzverletzungen werden unter anderem Situationen genannt, in denen «ein Witz» für jemanden «verletzend und abwertend» gewesen sei oder «ein anzüglicher Spruch» eine Person verunsichert habe.
Die Kampagne löst eine Debatte über den Umgang mit Humor und gesellschaftlichen Grenzen aus. Kritiker sehen die Gefahr, dass scherzhafte Äusserungen zunehmend problematisiert werden und Menschen aus Sorge vor negativen Reaktionen auf Witze verzichten könnten.
Im Zusammenhang mit der Diskussion werden auch Beispiele aus der Unterhaltungsbranche genannt. Der schweizerisch-libanesische Komiker Hamza Raya setzt in seinen Strassenvideos auf provokative Witze über Herkunft und Identität. Auch der deutsche Komiker Mario Barth steht seit Jahren wegen seiner Programme über Männer und Frauen in der Kritik.