US-Präsident Donald Trump hat für das kommende Wochenende «sehr hochrangige» Gespräche mit dem Iran angekündigt. «Wir sprechen direkt mit dem Iran», sagte er laut der Nachrichtenagentur AP bei einem Treffen mit Israels Premierminister Netanjahu im Weissen Haus.
Sollten die Verhandlungen über das iranische Atomprogramm scheitern, sei der Iran «in grosser Gefahr», antwortete der US-Präsident auf die Frage, ob die USA bei einem diplomatischen Misserfolg militärisch eingreifen würden. Er betonte: «Teheran darf keine Atomwaffen besitzen. Wenn die Gespräche scheitern, wird es ein sehr schlechter Tag für den Iran.» Bereits während seiner ersten Amtszeit hatte Trump das Atomabkommen mit Teheran aufgekündigt und eine Politik des «maximalen Drucks» eingeführt – eine Strategie, die er nun gemäss der Times of Israel wieder aufgreift.
AP Photo/Ben Curtis - Office of the Iranian Supreme Leader via AP.Iran US Explainer
Die iranische Seite bestätigt, dass ein Treffen in den kommenden Tagen stattfinden werde. Aussenminister Abbas Araghchi erklärt jedoch, es handle sich nicht um direkte, sondern um indirekte Gespräche über einen Vermittler aus dem Oman. «Der Ball liegt im Feld der USA», schrieb er auf X.
Die diplomatische Initiative erfolgt vor dem Hintergrund eskalierender Spannungen im Nahen Osten. Erst kürzlich hatten die USA Stellungen iranisch unterstützter Huthi-Milizen im Jemen bombardiert. Der Iran versetzte daraufhin Teile seiner Streitkräfte in Alarmbereitschaft. Wie das Wall Street Journal berichtet, strebt Washington nun ein deutlich strengeres Abkommen an, das auch Irans Raketenprogramm einbezieht. Der Iran hingegen fordert die vollständige Aufhebung der Sanktionen und betont die ausschliesslich friedliche Ausrichtung seines Atomprogramms.
Israels Regierungschef Netanjahu zeigte sich gemäss der Times of Israel zurückhaltend. «Wir sind uns einig in dem Ziel, dass der Iran keine Atomwaffen erlangen darf», sagte Netanjahu an der Seite von Trump. «Wenn das diplomatisch erreicht werden kann, vollständig – so wie es in Libyen geschehen ist –, dann wäre das eine gute Sache.» Gleichzeitig betonte er, dass ungeachtet des weiteren Verlaufs sichergestellt werden müsse, dass Teheran keine Atomwaffen entwickele.