Es gibt Manager, die bauen Produkte. Und es gibt Manager, die bauen Kassenhäuschen. Tim Cook, der heute seinen Rücktritt von der Apple-Spitze bekanntgab, gehört zur zweiten Kategorie.
Und das muss man ihm lassen: Er ist darin brillant. Als er 2011 bei Apple übernahm, war das Unternehmen ein kreativer Vulkan. Jetzt, wo er geht, ist es ein perfekt eingestellter Geldautomat. Aus 350 Milliarden wurden über vier Billionen Dollar Firmenwert. Das ist ein Triumph der Logistik über die Leidenschaft.
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Cook ist der Antiprophet: einer, der nicht fragt, «Was kommt als Nächstes?», sondern: «Wie liefern wir es pünktlich aus?» Und während draussen die Welt plötzlich von künstlicher Intelligenz träumt, steht Apple da wie ein sehr elegantes Möbelstück: schön, teuer – aber wo ist eigentlich «the next big thing»?
Auf Cook folgt jetzt John Ternus. Ein Ingenieur. Einer, der weiss, wie man Dinge baut. Das ist Programm. Apple setzt nicht auf die nächste grosse Idee, sondern auf das nächste perfekte Produkt. Cupertino hat sich offenbar entschieden, die Zukunft nicht zu erfinden, sondern sie sauber zu fräsen. Die Entscheidung erinnert an deutsche Industriepolitik: lieber der beste Verbrennungsmotor als ein neues Verkehrssystem. Ternus steht für diese Haltung. Er hat Macs schneller gemacht, Airpods kleiner und Chips effizienter. Alles beeindruckend. Aber nichts davon war ein iPhone-Moment. Darin liegt die eigentliche Nachricht dieses Chefwechsels: Apple sucht keinen neuen Steve Jobs. Apple hat beschlossen, dass es keinen braucht.
Aber die Geschichte der Technologie ist keine Geschichte der Perfektion, sondern der Brüche. Nokia war auch perfekt. Blackberry ebenso. Das Ende ist jeweils bekannt. Cook hinterlässt ein Unternehmen, das funktioniert wie ein Schweizer Uhrwerk. Ternus übernimmt eines, das dank ihm die besten Geräte baut. Nur darf er es jetzt nicht anderen überlassen, die Zukunft zu erfinden.