Polen und Grossbritannien wollen ihre Zusammenarbeit in der Verteidigungs- und Sicherheitspolitik ausbauen und ein neues bilaterales Abkommen unterzeichnen. Dies kündigte der polnische Ministerpräsident Donald Tusk vor seiner Reise nach London an. Die Vereinbarung soll nach Angaben der britischen Regierung die Zusammenarbeit angesichts wachsender Bedrohungen in Europa stärken.
Jack Taylor
Tusk erklärte, beide Seiten betrachteten Russland als «strategische Bedrohung», auch langfristig für Polen, Grossbritannien und die Nato. Deshalb solle die Kooperation darauf ausgerichtet werden, Polen und andere Staaten gegen die russische Bedrohung zu sichern. Grossbritannien und Polen gelten bereits als enge Verbündete und zählen zu den wichtigsten Unterstützern der Ukraine im Krieg gegen Russland.
Der britische Premierminister Keir Starmer erklärte, die gegenwärtigen Herausforderungen in Europa erforderten «eine noch stärkere Partnerschaft». Das neue Abkommen folgt auf ähnliche Vereinbarungen Grossbritanniens mit Frankreich und Deutschland.
Neben der militärischen Zusammenarbeit soll das Abkommen auch die Cybersicherheit umfassen. Tusk hatte zuvor erklärt, ein bedeutender Teil der Vereinbarung befasse sich mit Cyberabwehr. Polen sieht sich wegen seiner Rolle als wichtiges Drehkreuz für Militärhilfe an die Ukraine verstärkt russischen Spionageversuchen, Cyberangriffen und Desinformationskampagnen ausgesetzt.