Während die Staatsmedien in Moskau und Peking nach dem Präsidententreffen zwischen Xi Jinping und Wladimir Putin Harmonie beschwören, blicken westliche Kommentatoren mit einer Mischung aus Misstrauen und Sorge auf den Gipfel. In Washington und Brüssel wird das Treffen nicht als Friedensinitiative, sondern als Konsolidierung einer gefährlichen Allianz gewertet.
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Die US-Berichterstattung, etwa in der New York Times oder bei CNN, thematisiert vor allem die wirtschaftliche Schützenhilfe Pekings für den russischen Militärapparat. Trotz offizieller Neutralitätserklärungen wirft Washington China vor, die russische Rüstungsindustrie durch die Lieferung von Dual-Use-Gütern wie Mikrochips und Maschinenbauteilen am Leben zu erhalten.
Ein zentrales Thema in den US-Medien ist zudem die zeitliche Nähe zum Besuch von Donald Trump in Peking. Kommentatoren sehen darin ein kalkuliertes Signal Xis: China positioniert sich als das neue Gravitationszentrum der Weltpolitik, das sowohl mit Washington verhandelt als auch Moskau den Rücken stärkt. Das US-Aussenministerium bezeichnete die rhetorische Nähe der beiden Präsidenten als «zutiefst beunruhigend» für die globale Sicherheit.
In Europa, insbesondere in Deutschland, wird der Gipfel primär durch die Brille des Ukraine-Konflikts und der Bedrohung der Nato-Ostflanke gesehen. Der Spiegel wertet die gemeinsamen Erklärungen zur militärischen Kooperation als «Propagandafloskeln», hinter denen sich eine handfeste Bedrohung für die europäische Friedensordnung verbirgt.
Gleichzeitig wird die wirtschaftliche Asymmetrie betont: Europäische Wirtschaftsblätter wie das Handelsblatt weisen darauf hin, dass Russland zunehmend zum «Juniorpartner» und Rohstoffanhängsel Chinas degradiert werde. Die Abhängigkeit Moskaus vom Yuan und von chinesischen Absatzmärkten wird als Zeichen der Schwäche Putins interpretiert, die Xi geschickt ausnutze.
Westliche Medien sehen den Gipfel mehrheitlich als Affront gegen die regelbasierte Weltordnung und warnen vor einer «Blockbildung», die den Kalten Krieg in den Schatten stellen könnte. Dass Xi Jinping den russischen Präsidenten trotz internationaler Haftbefehle und Sanktionen mit militärischen Ehren empfängt, wird als endgültige Abkehr Pekings von einer Rolle als «verantwortungsbewusster globaler Akteur» gewertet.