Kellerbühne St. Gallen am letzten Freitag. Angesagt ist der italienisch-schweizerische Komiker, Schauspieler und Regisseur Massimo Rocchi. Der erfahrene Alleinunterhalter mit scharfer Beobachtungsgabe und Sprachwitz in Französisch, Italienisch, Hochdeutsch und Schweizerdeutsch feiert zurzeit sein 50-Jahr-Bühnenjubiläum mit einer Tour «Live – 50 Jahre Bühnenpräsenz».
Alessandro della Valle/Keystone
Dabei gibt er auf bekannte humorvolle Weise und mit Einlagen als Pantomime Einblicke in seinen Lebensweg von Italien über Paris in die Schweiz.
Der inzwischen 69-jährige Rocchi war in Höchstform. Fast zwei Stunden lang lieferte er eine Pointe nach der anderen, das Publikum krümmte sich vor Lachen – es war ein toller Erfolg für ihn.
Bis auf einen makaberen Ausrutscher, der die insgesamt positive Darbietung Rocchis etwas trübte. Im Verlaufe des Abends kam er nebst den Bernern, Zürchern und Baslern auch auf die Walliser zu sprechen. Dabei griff er – versuchshalber, wie er hinterher erklärte – wohl etwas zu tief in die Geschmacklosen-Kiste. Konkret schilderte Rocchi, wie er vor Jahrzehnten von Italien über Brig einreiste und ihn die Sandwiches dort beeindruckt hätten.
Wer den Künstler schon erlebt hat, kennt diesen Gag, allerdings in einer völlig anderen Ausführung. Machte er sich früher über die Stellung der Gurkenscheiben im Sandwich lustig, stand jetzt das Fleisch im Zentrum. Die Brötchen mit Schinken und Trockenfleisch seien riesig, so Rocchi – und gewissermassen als Pointe fügte er an: «Alles geräuchert.»
Es war eine Anspielung auf das Feuerinferno in der Bar «Le Constellation» in Crans-Montana, bei dem 41 Menschen starben und 115 verletzt wurden. Die Publikumsreaktionen auf diesen unterirdischen Scherz waren denn auch entsprechend verhalten, was Rocchis Aufmerksamkeit nicht entging. Er rettete sich aus der Situation, indem er ausführte, dass man über gewisse Dinge besser nicht lachen sollte.
Man kann nur hoffen, dass er diese Passage künftig aus seinem Repertoire streicht.