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Alle sind am Coachella oder reden davon – was ist das eigentlich?

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Der heilige Gral aller Musik-Open-Airs ist Woodstock. In dessen Geist entstanden weltweit unzählige Festivals. 1999, dreissig Jahre nach Woodstock, gründeten im kalifornischen Indio Paul Tollett und Rick Van Santen Coachella. Im jeweils heiss erwarteten Aufgebot des «Coachella Valley Music and Arts Festival» – so der offizielle Name – mitten in der Wüste zu erscheinen, ist der Ritterschlag für jeden Musiker. Umgekehrt lassen sich auch die Superstars gerne einladen. Justin Bieber soll für seinen 90-minütigen Auftritt am Samstag zehn Millionen Dollar erhalten haben.

2026 Invision
Festivalbesucherin Aliannah Fernandez am Coachella in Indio
2026 Invision

Coachella ist hochkommerziell und bewahrte sich stets ein Stück Rock-’n’-Roll’scher Glaubwürdigkeit. Am Sonntag trat Iggy Pop auf. Es ist superhip. Das trockene Gelände befindet sich zwischen Palm Springs und dem verlassenen Salton Sea, also etwa zwei Stunden östlich von Los Angeles. Den von vielen als spirituellen Kraftort bezeichneten Joshua-Tree-Nationalpark erreicht man in knapp einer Stunde.

Selbst Justin Bieber – vor ihm spielten übrigens die Strokes – muss am Coachella die mobile Toilette benutzen. Das Festival findet immer an zwei aufeinanderfolgenden Wochenenden statt. Das Line-up ist imposant: Neben Bieber und 150 anderen Musikern treten oder traten dieses Jahr Sabrina Carpenter, Nine Inch Nails, David Byrne und Young Thug auf.

Die Verheissung, ein Wochenende in der Freiheit der südkalifornischen Wüste und mit bester Unterhaltung zu verbringen, zieht neben dem Fussvolk (125.000 Besucher pro Wochenende) auch die Prominenz an. Timothée Chalamet, Kylie und Kendall Jenner, Jacob Elordi, Katy Perry, Justin Trudeau, Kim Kardashian und Lewis Hamilton zeigten sich in den vergangenen Tagen im magischen Staub von Coachella.

Leicht spöttisch wird das Festival «Influencer-Olympiade» genannt, weil die Mode und die dazugehörenden Produkte in Indio fast so tonangebend sind wie die Musik. Für eine Marke hier Werbung zu machen, hat Kultstatus – während Millionen von zu Hause Gebliebenen ihre Lieblingsinfluencer auf dem Handybildschirm aus der Ferne beneiden, um sich anschliessend vielleicht ein Stück Coachella anzuschaffen.

Man muss sich Coachella leisten können. Die Preise für einen Festivalpass beginnen bei 649 Dollar. Und man will es sich, wie man am Zuschaueransturm erkennen kann, auch leisten. Dies hat mit dem sich wandelnden Ausgehverhalten junger Leute zu tun. Klubs sind weniger in, dafür sind grosse Liveveranstaltungen wie das Coachella hoch im Kurs. Der zweite Teil von Coachella 2026 findet dieses Wochenende statt.

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