SRF-Chefredaktor Tristan Brenn verteidigt erstmals öffentlich die umstrittene Enthüllung im Fall Patrick Fischer und räumt zugleich Fehleinschätzungen im Umgang mit den Reaktionen ein. Brenn erklärt im Interview mit der Zeitung Schweiz am Wochenende, SRF-Journalist Pascal Schmitz habe «professionell verhalten und seinen Job als Journalist gemacht», die Publikation sei zwingend gewesen.
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Brenn betont, die Recherche sei korrekt erfolgt und von öffentlichem Interesse getragen gewesen. Fischer habe eine Straftat begangen, die potenziell die Teilnahme an Olympischen Spielen gefährdet und die Öffentlichkeit getäuscht habe. Ein Verschweigen wäre für ein öffentlich finanziertes Medium nicht vertretbar gewesen. «Wir hatten gar keine andere Wahl, als zu publizieren», sagt Brenn.
Gleichzeitig weist er den Vorwurf eines Vertrauensbruchs zurück. Das Gespräch zwischen Reporter und Fischer sei nicht als vertraulich vereinbart gewesen. Die Information über die Zertifikat-Fälschung sei während eines Drehs von Fischer selbst eingebracht worden. Ein «off the record» habe nicht vorgelegen.
Kritik an der Person des Journalisten Pascal Schmitz weist Brenn ebenfalls zurück. Dessen frühere, als rassistisch und sexistisch kritisierte Social-Media-Beiträge seien «indiskutabel», stünden jedoch in keinem Zusammenhang mit der Recherche. Die Beiträge seien zudem lange vor seiner Tätigkeit bei SRF entstanden.
Selbstkritisch zeigt sich Brenn einzig beim medialen Auftritt des Reporters nach der Veröffentlichung. Die Redaktion habe die Heftigkeit der Reaktionen unterschätzt. Der Auftritt in der Sendung «10vor10» sei inhaltlich richtig gewesen, habe den Journalisten aber unnötig zur Zielscheibe gemacht.
Schmitz wurde vorübergehend vom Bildschirm genommen. Über seine Zukunft ist noch nicht entschieden. SRF stehe mit ihm «in engem Austausch», so Brenn.
Den Vorwurf, SRF habe eine Kampagne gegen Fischer geführt, weist die Chefredaktion zurück. Man habe die Geschichte breit publiziert, danach aber zurückhaltend berichtet. Der Rücktritt Fischers sei nicht vom Sender gefordert worden, sondern vom Verband selbst erfolgt.