Die AfD erreicht in gegenwärtigen Umfragen neue Höchstwerte – und Parteichef Tino Chrupalla kündigt bereits einen harten Kurs für den Fall eines Wahlsiegs in Sachsen-Anhalt an. Sollte die AfD dort die absolute Mehrheit erringen, wolle man auch den Verfassungsschutz ins Visier nehmen, sagte Chrupalla im Gespräch mit Welt TV. Es sei «verfassungswidrig», dass Oppositionsparteien beobachtet und überwacht würden. «Das muss man angehen, weil man damit Oppositionsrechte beschneidet», erklärte der AfD-Chef.
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Hintergrund sind neue Umfragen, in denen die AfD bundesweit erstmals deutlich vor der Union liegt. In Sachsen-Anhalt kommt die Partei laut Insa sogar auf 42 Prozent. Chrupalla wertete dies als Zeichen dafür, dass die Positionen der AfD bei vielen Bürgern besser ankämen als die Politik von Bundeskanzler Friedrich Merz.
Zugleich verteidigte Chrupalla die Pläne der AfD Sachsen-Anhalt, im Fall einer Regierungsübernahme zentrale Stellen in der Landesverwaltung neu zu besetzen. Den Vorwurf des Rechtsextremismus wies er zurück. «Natürlich wird immer auf denjenigen gezeigt, der den Dreck sozusagen auch anprangert in diesem Land und auch die Missstände anprangert. Und mit dem Finger wird auf diese Leute gezeigt», sagte er. Die AfD sei «Partei des Grundgesetzes, schon immer gewesen».
Scharf reagierte der AfD-Vorsitzende auch auf Kritik aus anderen europäischen Parteien. «Ich halte eine Einmischung von anderen Parteien vom Ausland noch dazu in unserem Land für höchst problematisch», sagte er mit Blick auf Distanzierungen aus Frankreich und Italien. Gleichzeitig betonte Chrupalla, die AfD pflege weiterhin Kontakte zum französischen Rassemblement National sowie nach Italien und arbeite auf europäischer Ebene «abstimmungsmässig gut zusammen».