US-Präsident Donald Trump hat erstmals signalisiert, dass er eine zeitlich begrenzte Einschränkung des iranischen Atomprogramms akzeptieren könnte. Wie Politico berichtet, erklärte Trump auf dem Rückflug von seinem China-Besuch, ein Moratorium von zwanzig Jahren wäre aus seiner Sicht «genug», um einen Deal mit Teheran abzuschliessen und den Krieg zu beenden.
Mark Schiefelbein/AP Photo/Keystone
Damit weicht Trump von seiner bisherigen Linie ab. Bislang hatte der Präsident wiederholt erklärt, der Iran dürfe niemals Uran anreichern. Nun deutete er an, dass eine spätere Wiederaufnahme des Programms unter bestimmten Bedingungen denkbar wäre. «Zwanzig Jahre sind genug, aber das Ausmass der Garantien reicht nicht aus», sagte Trump. «Es muss ein echtes Zwanzig-Jahre-Abkommen sein.»
Zugleich betonte Trump, dass er das jüngste iranische Angebot weiterhin ablehne. «Wenn sie irgendeine Form von Nuklearprogramm haben, lese ich den Rest gar nicht mehr», erklärte er vor Journalisten an Bord der Air Force One.
Der Krieg und die Verhandlungen laufen parallel weiter. Nach Angaben aus Washington hat der zwölf Tage dauernde Konflikt die Fähigkeit des Iran zur neuen Urananreicherung zwar schwer beschädigt. Das Land verfügt laut den USA aber weiterhin über rund 440 Kilogramm hochangereichertes Uran. Washington drängt Teheran deshalb, die Bestände vollständig abzugeben.
Die Gespräche zwischen den USA und dem Iran dauern seit Wochen an. Mehrere Friedensvorschläge wurden seit dem von Pakistan vermittelten Waffenstillstand Anfang April ausgetauscht. Trump zeigte sich dennoch optimistisch, dass Teheran letztlich einem Abkommen zustimmen werde.