Im Iran ist die Zahl der Hinrichtungen auf den höchsten Stand seit Jahrzehnten gestiegen. Die Organisationen Iran Human Rights und Ensemble contre la peine de mort (ECPM) teilten mit, 2025 seien mindestens 1639 Menschen hingerichtet worden – 68 Prozent mehr als im Vorjahr.
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Gleichzeitig verschärft die Justiz ihr Vorgehen – trotz einer laufenden Feuerpause im Konflikt mit den USA und Israel. Justizchef Gholam-Hussein Mohseni-Edschehi erklärte laut der Nachrichtenagentur Misan, man arbeite «bei der Bearbeitung der Fälle von Kollaborateuren des Feindes in einer kriegsorientierten Aufstellung». Verfahren würden «entschlossen und beschleunigt» geführt.
Das hat konkrete Folgen: Urteile fallen schneller, die Gefahr von Todesstrafen steigt. Die Behörden setzen damit sichtbar auf Abschreckung. Im Schnitt wurden zuletzt rund vier Menschen pro Tag hingerichtet.
Besonders betroffen sind Verurteilte wegen Drogendelikten (795 Fälle) und Mord (747 Fälle). Mindestens 57 Personen wurden wegen sicherheitsbezogener Vorwürfe zum Tode verurteilt.
Seit Beginn des aktuellen Konflikts am 28. Februar wurden laut BBC zudem sieben Menschen im Zusammenhang mit Protesten hingerichtet. Tausende weitere wurden festgenommen, viele von ihnen müssen mit schweren Anklagen rechnen.
Menschenrechtsorganisationen sprechen von systematischer Repression. Raphaël Chenuil-Hazan von ECPM sagte: «Die Todesstrafe wird im Iran als politisches Instrument der Unterdrückung und Repression eingesetzt, und ethnische Minderheiten sowie marginalisierte Gruppen sind unter den Hingerichteten überproportional vertreten».
Die Kombination aus Rekordzahlen, beschleunigten Verfahren und Justizarbeit im Kriegsmodus zeigt: Die Führung setzt auch während der Feuerpause auf maximale Härte nach innen.