Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) hat seine Konjunkturprognose für Deutschland deutlich gesenkt. Statt eines Wachstums von 0,9 Prozent erwartet das Institut für das Jahr 2026 nur noch ein Plus von 0,4 Prozent. Dies geht aus einer Auswertung hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.
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IW-Ökonom Michael Grömling begründete die Korrektur mit den wirtschaftlichen Folgen des Kriegs im Iran. «Der Iran-Krieg hat die zaghafte Erholung der deutschen Wirtschaft abgewürgt», sagte Grömling. Steigende Energiepreise und Lieferstörungen träfen ein Land, das nach mehreren Jahren von Rezession und Stagnation «kaum noch Puffer hat».
Nach Einschätzung des IW wird das geringe Wachstum vor allem durch staatliche Ausgaben getragen. Dazu zählen Investitionen in die Verteidigung sowie staatlicher Konsum. Bereits im Frühjahr hatten mehrere Wirtschaftsinstitute ihre Erwartungen für die deutsche Konjunktur nach unten angepasst. Im März war die Wachstumsprognose von 1,3 Prozent auf 0,6 Prozent gesenkt worden.
Das IW sieht zudem eine zunehmende Schwäche im Exportgeschäft. Während der Welthandel weiter wachse, schrumpften die deutschen Exporte bereits zum vierten Mal in Folge, erklärte Grömling. Dies zeige eine sinkende Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft.
Auch auf dem Arbeitsmarkt könnten sich laut IW Folgen des Konflikts bemerkbar machen. Das Institut hält eine rückläufige Erwerbstätigkeit und einen stagnierenden privaten Konsum für möglich. Wie stark die Auswirkungen ausfallen, hänge jedoch von der Dauer des Kriegs im Iran ab.
Für das laufende Jahr erwartet das IW eine durchschnittliche Inflationsrate von 3 Prozent. Das Statistische Bundesamt hatte für das erste Quartal 2026 auf Grundlage vorläufiger Daten noch ein Wirtschaftswachstum von 0,3 Prozent gemeldet.