Das Schwergewicht der historischen Studie von Rafael Lutz liegt auf der Zeit der 1950er Jahre. Der Antikommunismus war Staatsdoktrin, Abweichung wurde mit Schikanen an Universitäten, in Schulen oder mit dem Entzug des Brotkorbs bestraft. Das Thema ist historisch wenig bearbeitet; schon deshalb ist Lutz’ Buch wertvoll.
Eigentlich wäre in der vom Krieg verschonten Schweiz ja auch ein freiheitlicher Aufbruch denkbar gewesen. 1945 musste sich niemand mehr vor den – in der Aktivdienstzeit durchaus nicht einflusslosen – Fröntlern ducken. Vorübergehend schlug das Pendel, wenn auch helvetisch gedämpft, in die andere Richtung aus: Viele jüngere Leute, darunter nicht wenige Intellek ...