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Sommer in der Toskana

Ein Besuch auf dem Weingut Tenuta Vallocaia und eine Fahrt durch eine Landschaft, die eine ungewöhnliche Leichtigkeit ausstrahlt.
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Sommer in der Toskana
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In der warmen Sonne des toskanischen Sommers leuchten die sanften Hügel in sattem Grün und Gold. Die Weinberge sind nach dem stillen Winter wieder voller Leben, zwischen den Rebstöcken summen die Zikaden, und am Horizont zeichnet sich das mittelalterliche Städtchen Montepulciano ab, als wäre das alles kein Blick in die Realität, sondern das Gemälde eines begabten Künstlers. Rosmarin und andere wilde Kräuter sorgen für ätherische Noten, Zypressen werfen lange Schatten, und die Luft ist erfüllt von jener Leichtigkeit, die Italien im Allgemeinen und die Toskana im Besonderen seit Jahrhunderten zum Sehnsuchtsort macht.

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«Der liebe Gott erschuf ein Modell für sein Paradies: Hügel und Weinberge um die Stadt Montepulciano.»
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Hier, wo Goethe in seiner «Italienischen Reise» die Schönheit der Landschaft besang – «Kennst du das Land, wo die Zitronen blühn, im dunklen Laub die Goldorangen glühn» –, wo Shelley und Byron ihre Verse schrieben und wo die Renaissance ihren Ursprung fand, gedeiht nicht nur der berühmte Vino Nobile di Montepulciano. Hier entfaltet sich eine ganze Lebensart, in der Genuss, Kultur, Tradition und Wein untrennbar verbunden sind. Und in dieser einzigartigen Kulisse, die eben keine ist, liegt das Weingut Tenuta Vallocaia der Gastronomenfamilie Bindella. Rudi Bindella hat das verfallene Landgut 1983 erworben, nach einer umfangreichen Renovation vor einigen Jahren ist es heute ein Winzerschmuckstück und eine zweite Heimat für Bindella und seinen Sohn Rudi Jr., mit dem er das 1909 gegründete Gastronomieunternehmen gemeinsam führt.

«Der Weinbau ist der Schlüssel zum Verständnis des Themas Wein.»

Wein zu machen, sei ohnehin so etwas wie die ultimative Geduldsprobe, sagt Bindella. «Es beginnt mit der Bodenbearbeitung, der edelsten Urtätigkeit des Menschen», sagt er. Reben zu pflanzen, sie zu pflegen, das Werden und Wachsen zu begleiten, wirke beflügelnd. Und schliesslich sei der Vorgang, aus den reifen Früchten einen eigenen Wein zu prägen und auf dem Markt erfolgreich zu machen, etwas Einmaliges. Es gehe darum, die Verantwortung zu übernehmen – «vom Rebstock bis ins Glas», so Bindella.

Aus ursprünglich 2,5 Hektar der Tenuta Vallocaia sind heute 175 Hektar geworden, davon 54 Hektar Reben, vorwiegend Sangiovese sowie Merlot und Syrah. Das milde, fruchtige Olivenöl und der sinnliche Vin Santo «Dolce Sinfonia» stammen ebenfalls aus der Toskana. Der neue, mit Kunst veredelte Keller mit 210 grossen Eichenfässern symbolisiert auch durch den Einfall von Tageslicht Offenheit und Transparenz: Hier reift der Wein nicht in dunkler Abgeschiedenheit, sondern in freundlicher Helligkeit.

Dass Wein nur an den schönsten Orten der Welt wächst, ist sozusagen eine geografische Binsenwahrheit. Aber gerade in der Toskana wird einem dieser Umstand im Wortsinn vor Augen geführt. «Der liebe Gott erschuf ein Modell für sein Paradies – nämlich die Toskana», sagt Bindella und bringt gewissermassen Himmel und Erde in einem Satz zusammen. Die atemberaubende Schönheit dieser Region mit ihren sanften Hügeln, erfrischenden Winden, prädestinierten Terroirs und dem faszinierenden Licht ziehe jeden in ihren Bann. Das milde mediterrane Klima, die Vielfalt der Böden und die perfekte Lage auf dem Festland am Mittelmeer schaffen ideale Bedingungen für den Weinbau. Die Weine spiegeln die Landschaft, die reiche Geschichte, die Traditionen und die berühmte italienische Lebensfreude wider. «La vita è bella» – der Satz des Regisseurs Roberto Benigni ist auch der Titel seines gleichnamigen Films, und es ist gleichzeitig eine Beschreibung des Lebens in der Toskana und der Leitspruch des Familienunternehmens Bindella. Besonders die ersten Jahre als Weingutsbesitzer hätten ihn weit über den reinen Weinbau hinaus geprägt, sagt Bindella: «Die Natur bleibt die wertvollste Lehrmeisterin. Wir können nur ernten, was wir ausgesät haben, und dürfen der Erde nicht mehr abverlangen, als sie aus eigener Kraft hergibt. Übersteigerte Mengen gehen in aller Regel zulasten der Qualität. Am schönsten entfaltet sich die Natur, wenn wir sie in Ruhe lassen – wie die verzaubernde Mohnblume, die sofort verblüht, wenn man sie pflückt.»

«Kennst du das Land, wo die Zitronen blühn, im dunklen Laub die Goldorangen glühn.»

Bei einem Rundgang über die Tenuta Vallocaia zeigt sich die tiefe Verbundenheit mit der Landschaft. Knorrige Olivenbäume säumen die Wege, und im neuen Besucherzentrum soll die toskanische Lebensphilosophie erlebbar werden. Kunst ist für die Bindellas ein zentraler Bestandteil dieser Philosophie: Werke des Berner Oberländer Künstlers Bendicht Friedli hängen im Büro, der Berliner Maler Christopher Lehmpfuhl schuf eigens für das Weingut eine Reihe expressiver Bilder der toskanischen Landschaft, und filigrane Skulpturen von Flora Steiger-Crawford, der ersten diplomierten Architektin in der Geschichte der Schweiz, zieren das Gelände. «In einer lieblosen Umgebung kann man keinen schönen Wein machen», erklärt Bindella die Verbindung von Ästhetik und Winzerhandwerk.

Im Gespräch erzählt er von frühen Reisen mit seinem Vater, den geschäftlichen Beziehungen zu renommierten Weingütern wie Antinori und Bertani – und wie der eigene Weinbau zur eigentlichen Schlüsselerfahrung wurde. «Der Weinbau ist der Schlüssel zum Verständnis des Themas Wein.» Nach dem Tod seines Vaters richtete er das Unternehmen konsequent auf italienische Kulinarik und Wein aus – mit wachsender Tiefe und Demut. Heute lautet die Devise: «Solange es etwas zu verbessern gibt, ist alles gut. Gefährlich wird es erst, wenn man glaubt, nichts mehr verbessern zu können.»

Rudi Bindella Jr., der das Gut und das Gastronomieunternehmen mit seinem Vater zusammen weiterentwickelt, ergänzt, wie ihn das Entstehen aus einer Ruine geprägt hat. Gemeinsam verkörpern Vater und Sohn eine Haltung von Respekt gegenüber der Natur und der toskanischen Tradition. Auf Tenuta Vallocaia wird im Kleinen spürbar, dass die Toskana – in ihrer ganzen prachtvollen Grösse – weit mehr ist als eine schöne Landschaft. Sie ist ein Ort, an dem Geduld, Hingabe und Lebensfreude zu etwas Grossem reifen – genau wie der Wein. Wer hier durch die sommerlichen Weinberge geht, versteht, warum diese Region seit Jahrhunderten Menschen in ihren Bann zieht und warum ein Wein aus dieser Erde etwas so Besonderes sein kann.

Exklusiv für Weltwoche-Leser und -Leserinnen: Die Weine der Tenuta Vallocaia bringen ein Stück Toskana direkt nach Hause – jetzt mit einem exklusiven Preisvorteil von 20 Prozent. Bestellungen sind per Mail an wein@bindella.ch oder telefonisch unter 044 276 62 60 möglich. Einfach das Codewort «Weltwoche» angeben und von diesem besonderen Angebot profitieren.

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