In der Debatte um die steigenden Energiepreise setzt AfD-Co-Vorsitzender Tino Chrupalla auf einen harten Kurswechsel. Im ZDF-«Morgenmagazin» bezeichnete er die aktuellen Entlastungspläne der Bundesregierung als unzureichend und forderte eine Rückkehr zu russischen Gaslieferungen sowie die Abschaffung der CO₂-Abgabe.
Im Sinne einer spürbaren Entlastung für Pendler und Betriebe unterstrich Tino Chrupalla am Dienstagmorgen sein Engagement für eine bürgernahe Realpolitik, die nationale Eigeninteressen über moralische Erwägungen in der Aussenpolitik stellt. Die von der Bundesregierung geplanten Hilfen kritisierte er deutlich: «Diese Massnahmen kommen viel zu spät und sie sind auch nicht nachhaltig. Das sind Einmalzahlungen, das ist Stückwerk.»
Screenshot ZDF
Statt punktueller Finanzspritzen fordert die AfD eine systemische Entlastung. Laut Chrupalla muss die steuerliche Belastung direkt an der Zapfsäule und bei den Heizkosten reduziert werden. «Die CO₂-Abgabe muss weg, sie muss grundsätzlich abgeschafft werden», so der Bundessprecher. Dies sei der einzige Weg, die Bürger «sofort und dauerhaft» zu unterstützen.
Für besonderes Aufsehen sorgte Chrupallas Forderung, die beschädigten Nord-Stream-Leitungen wieder in Betrieb zu nehmen. Auf den Vorwurf von Moderator Andreas Wunn, damit die Partnerschaft mit einem Aggressor zu suchen, der einen völkerrechtswidrigen Krieg führe, reagierte Chrupalla mit einem Vergleich zu anderen Staaten: «Wenn wir sagen, ‹Wir kaufen von den Ländern, die völkerrechtswidrige Kriege angefangen und initiiert haben, kein Gas mehr›, dann wird es in Deutschland aber ganz schnell dunkel.»
Chrupalla betonte, dass Deutschland sich mit den aktuellen Sanktionen vor allem selbst schädige: «Wir deindustrialisieren unser Land gerade selbst. Wir brauchen eine Entspannungspolitik und keine weitere Eskalation.» Nur durch günstiges Gas aus Russland liessen sich die Preise für die deutsche Wirtschaft und die privaten Haushalte wieder stabilisieren.