Grüezi miteinander, ganz herzlich willkommen und einen wunderschönen guten Morgen, meine sehr verehrten Damen und Herren, liebe Freunde aus nah und fern. Ich begrüsse Sie nach wie vor aus der russischen Hauptstadt Moskau zur schweizerischen Ausgabe von Weltwoche Daily. Die andere Sicht unabhängig, kritisch gut gelaunt und zuversichtlich am Freitag, dem 29. Mai. 2026. Schön sind Sie da. Ich wünsche Ihnen jetzt schon ein erfreuliches Wochenende. Und ich bin noch dabei, meine Eindrücke des gestrigen Tags zu verarbeiten, zu bündeln, einzuordnen. Es ist einfach hochinteressant, was man erlebt, wenn man eben auch dorthin geht, wo die meisten nicht mehr hingehen. Und wenn man sich auch mit jenen Leuten unterhält, mit denen man sich angeblich nicht unterhalten darf. Wo sind wir denn, meine Damen und Herren, wenn wir in Europa die Brandmauer zum neuen Gott erheben? Und natürlich, diese Brandmauern gibt es. Und sie werden hochgezogen, sie werden uns eingepflanzt von den Regierungen, die uns befehlen wollen, mit denen dürft ihr reden und mit denen dürft ihr nicht mehr reden. Dort dürft ihr hingehen und dort dürft ihr nicht mehr hingehen. Und wir wollen, auch in der Schweiz, dass man nur noch über ein wichtiges zeitgeschichtliches Ereignis, nämlich den Ukraine-Krieg, die ukrainische Seite hört, die EU-Seite hört, unsere Seite hört. Meine Damen und Herren, das ist schlimmer als im Kalten Krieg, denn heute sind... In der Schweiz nicht, noch nicht, wobei es gab auch Bundesräte, die das vorangetrieben haben. Er flog los, zum Glück. Portale, Medien aus Russland verboten, vor allem in der Europäischen Union. Im Kalten Krieg konnte man das alles lesen, weil einfach das Selbstbewusstsein des sogenannten Westens noch da war. Deshalb kann ich durchaus Stimmen nachempfinden, die sagen, Europa ist dabei, seine Werte zu verraten. sein Erbe der Freiheit, der freien Rede auf den Abfallhaufen, auf den Müllhaufen der Geschichte zu werfen. Und das sind nicht Bagatellen, meine Damen und Herren. Es gibt immer Motive, warum man das macht. Warum es nicht erlaubt sein soll, bestimmte Perspektiven, bestimmte Meinungen öffentlich darzustellen. Dahinter steht natürlich die blanke, schiere Macht, die Absicht eben, die Öffentlichkeit zu manipulieren. Denn wenn man das nicht wollte, dann müsste man das andere ja nicht verbieten. Kann man es ja zulassen. Kann man es ja widerlegen. Dann merken die Leute ja selber, welcher Unsinn da verbreitet ist. Aber wenn die Mächtigen anfangen, bestimmte Meinungen zu verbieten, und ich sage Ihnen, in der Schweiz sind wir auch schon auf dieser abschüssigen Bahn, wenn wir eine Regierung haben, die tatsächlich ein Ja, eine Art Informationsministerium aufbauen will, zur Bekämpfung von Desinformation. Und dies von einer Regierung, meine Damen und Herren, die jetzt im Abstimmungskampf um die 10-Millionen-Initiative eine ganze Schuttlawine von Desinformationen verbreitet. Also die wollen hier ein Desinformationsmonopol anmelden, damit wir uns nicht mehr informieren können. Das wird einem einfach bewusst, wenn man in Moskau ist. Da gibt es natürlich Leute, die sagen, ja nein, was macht jetzt der in Moskau? Geht's eigentlich noch? Er soll doch in die Ukraine fahren. Soll man nach Kiew fahren? Erstens, meine Damen und Herren, ich war schon in Kiew. Ich bin vermutlich der einzige oder einer der ganz wenigen Journalisten, der im gleichen Jahr sowohl in Moskau und in Kiew war, während dieser Auseinandersetzung. Aber selbstverständlich muss man heute... Vor allem mit den Russen reden, mit denen eben niemand mehr redet. Und wo sind wir denn eigentlich, wenn so etwas überhaupt nur rechtfertigungsbedürftig ist? Oder wenn gewisse Leute sich einbilden, sie hätten da ein bestimmtes Meinungs- und Wahrheitsministerium, ein Monopol gewissermassen zu ihrer Verfügung, sie besässen die Wahrheit. Und so treten sie dann auf. Die sind breitschulterig. Je schwächer die Argumente sind, desto krasser und beleidigender wird die Rhetorik. Nein, meine Damen und Herren, das ist etwas ganz Wichtiges und das ist die Stärke der Weltwoche. Dass wir unabhängig sind. Und bei uns redet man eben auch mit denen, mit denen man angeblich nicht mehr reden soll. Das habe ich gestern ausgiebig getan. Ein Interview... Das ist jetzt nicht in dieser Kategorie, aber es ist trotzdem interessant. Habe ich geführt mit dem früheren iranischen Aussenminister Ali Bagheri. Heute ist er stellvertretender Sekretär des iranischen Sicherheitsrats. Die andere Sicht. Habe ihm die Gelegenheit gegeben, seine wichtigste Botschaft an ein europäisches Publikum zu platzieren. Gibt da seinen Blick frei auf den Nahostkrieg, auf die Amerikaner, auf die Israeli. die den Iran völkerrechtswidrig, klarer Fall, angegriffen haben. Jetzt gehöre ich aber nicht zu denen, die das Völkerrecht vergöttern. Ich finde es zwar wichtig und es ist ein notwendiges Ideal, dem wir nachzuleben haben, aber wenn man es eben realistisch und nüchtern betrachtet, dann ist das Völkerrecht keine sichere Bank. Und ich sage das nicht, um das Völkerrecht schlecht zu machen, sondern ich sage das, um gerade auch die Schweiz vor... Illusionen zu bewahren, denn unser Bundesrat sagt immer, wir verlassen uns aufs Völkerrecht, wir verlassen uns aufs Völkerrecht. Das Völkerrecht ist der Partner, ist der Verbündete, ist der Schutzherr des Kleinstaates. Das sind gefährliche Wunschbilder, die da gehegt werden. Denn wir sehen ja jetzt in diesen Konflikten, dass auf das Völkerrecht überhaupt kein Verlass ist und vor allem die Grossmächte. interpretieren das Völkerrecht so, wie es ihnen gerade in den Kram passt. Und es gibt keinen Weltstaat, keinen Weltpolizeistaat, der eben eine bestimmte Rechtsvorstellung durchsetzen würde. Aber das ist eben auch gut so, denn dieser Weltstaat wäre so mächtig, dass er die Freiheit zermalmen müsste und würde. Und deshalb... muss man diese Begriffe eben auch kritisch sehen. Aber es ist klar, nach herkömmlicher Auffassung ist das eine krass völkerrechtswidrige Aktion, die natürlich auch entlarvt die ganze Heuchelei Europas, die jetzt vier Jahre lang, da die Europäer geschimpft haben über die Russen und ihren völkerrechtswidrigen Angriff gegen die Ukraine, als ob es noch nie einen völkerrechtswidrigen Angriff gegeben hätte. Wobei noch niemand, der ein anderes Land angegriffen hat, jemals zugegeben hätte, dass er das Völkerrecht bricht. Man findet immer eine Geländekammer der Wirklichkeit, die auch im Völkerrecht abgebildet ist. Natürlich können sich die Russen darauf berufen, zu sagen Entschuldigung. Da sind über 10'000 russischsprachige Russen in Anführungszeichen in der Ostukraine abgeschlachtet worden von Kiew. Und wir befreien die und die berufen sich auf das Selbstbestimmungsrecht der Völker in der UNO-Charta. Genauso wie man das beim Kosovo gemacht hat im Jugoslawienkrieg. Man könnte sich auch mal ernsthaft mit dieser Darstellung auseinandersetzen, aber das ist ja auch verboten. Das ist ja alles russische Propaganda. Nur die Russen betreiben Propaganda. Unsere Seite natürlich überhaupt nicht. Selbstverständlich. Nein, gar nicht. Das ist alles die reine, ungefilterte Blütenreine Wahrheit. Aber meine Damen und Herren, das lesen wir Tag für Tag in unseren Zeitungen. Das wird uns eingebläut und eingepredigt. Dass es klopft und tätscht, ist doch eine unglaubliche Sache. Und dagegen muss man antreten, gegen diese Einseitigkeit. Also das Völkerrecht bietet keinen Schutz. Da gibt es Angriffe, da gibt es Konflikte. Und ich habe den iranischen Spitzenpolitiker, heute eben stellvertretender Generalsekretär des Sicherheitsrats, der eben massgeblichen Einfluss nimmt auf das Entscheidungsgeschehen in Teheran. Nachdem er seine eigene Botschaft äussern konnte, bin ich ihn schon gefragt. Wenn der Iran so friedliche Absichten hegt, warum baut er dann Langstreckenraketen? 4'000 Kilometer Reichweite, damit können sie Berlin treffen. Warum denn eigentlich? Und warum, wenn man nur zivile Nutzungsabsichten zu pflegen behauptet, braucht es angereichertes Uran? Und hören Sie, was er dazu sagen hat. Ich habe ihn dann auch zur schweizerischen Neutralität gefragt. Und da hat er mir einfach gesagt, die Neutralität akzeptieren wir schon, aber nur, wenn ihr auf unserer Seite steht. Da gab es eine interessante, kleine Debatte zum Thema Neutralität. Ich habe mich gestern getroffen, auch, dürfte vielleicht am heutigen Freitag aufgeschaltet werden, ein Gespräch gemacht mit Ivan Timofeev. Ivan Timofeev ist Generaldirektor... Das RIAC, der Russian International Affairs Council, das ist ein ganz wichtiges aussenpolitisches Think Tank Gremium auf hohem akademischem Niveau. Vor dem Einmarsch in der Ukraine war das sehr international ausgerichtet. Jetzt ist es natürlich auch in die Isolation, sozusagen auf die Leprastation getrieben worden. Und an Ivan Timofeev schätze ich die sehr balancierte, nüchterne, unaufgeregte Art. Frei von jeder Emotionalität, er hebt die Stimme nie an, bleibt aber stets glasklar und auch gelassen. Und ihn habe ich natürlich konfrontiert mit den Szenarien eines Sergei Karaganov, eines nicht mehr abzuwendenden Eskalationsinfernos in diesem Ukraine-Krieg, was ja auf der europäischen Seite völlig... unterschätzt wird, in einer Verantwortungslosigkeit, in einer Fahrlässigkeit, meine Damen und Herren, die in wesentlichen Teilen unserer narkotisierten Öffentlichkeit überhaupt keine Resonanz auslöst. Dabei läuft da im Osten Europas ein Krieg, eskaliert da der ukrainische Präsident Zelenskyj nach Belieben mit seinen Drohnen. an denen natürlich sehr viele nicht-ukrainische Firmen mitarbeiten. Nicht nur bei der Zielerfassung, sondern auch beim Bau dieser Drohnen. Und das merken sie ja nur schon daran, dass in unseren Medien die angebliche Exklusivität des ukrainischen Drohnenbaus immer wieder sozusagen winkt mit dem Matterhorn. herausgestrichen wird, so als ob sie einen Befehl bekommen hätten aus einer Kommando- oder Propagandazentrale irgendwo in Brüssel oder in Berlin, wo man auf keinen Fall schreiben darf, dass da noch ausländische Firmen beteiligt sein könnten, weil man natürlich ganz genau merkt, dass durch diese Drohnen und die internationale Beteiligung bei ihrem Bau der Krieg eskaliert wird unter massiver Mitwirkung von NATO-Staaten und von EU-Staaten. Was natürlich auf der russischen Seite auch wieder eine Reaktion auslöst. Da haben wir ja Stimmen gehört, die gesagt haben, Russland müsse diesen Krieg eskalieren auf Europa. Und es gibt Leute, die ich getroffen habe hier in Moskau, die der Auffassung sind, dass dieser Krieg auch eskalieren werde, und zwar schon relativ bald. Und Ivan Timofeev setzt hier einen klaren Kontrapunkt und sagt, nein, diesen Unsinn. würde der russische Präsident nicht verfolgen, weil das wäre zivilisatorischer Selbstmord, vor allem auch Russlands. Und sei auch nicht nötig. Denn die Jubelmeldungen da im Westen in Europa, dass die russische Armee verzweifelt feststecke, das stimme nicht. Natürlich würden die Drohnen den Krieg verändern, aber Russland habe auch Drohnen. Und würde die auch einsetzen. Aber man rücke vor, und man sei nach wie vor in der Lage, diese militärischen Ziele so zu erreichen, dass es eine Tragödie ist, dass es überhaupt so weit gekommen sei. Aber hören Sie selbst, wie dieser nachdenkliche Mann die Situation beurteilt. Und dann, last but not least, habe ich mit dem Meinungsmacher. Mit dem landesweit sehr bekannten, bekanntesten und umstrittensten, vor allem bei uns, meist angefeindeten Medienschaffenden des Landes gesprochen. Mit einer Person, die bei uns so wirklich... Auf der Skala der Bösewichte, ganz oben, so knapp hinter der russischen Führung, eingeordnet wird. Ich habe ihn schon beim letzten Mal getroffen, aber jetzt haben wir wirklich ein ausführliches Gespräch geführt, und zwar in zwei Teilen, und der zweite Teil... geriet dann zum Streitgespräch. Also da sind durchaus die Fetzen geflogen, wenn ich mich da noch richtig erinnere. Wladimir Solowjow. Wladimir Solowjow, der Mann, der täglich an sechs Tagen die Woche, wenn er nicht an der Front ist im Donbass, sich vor Ort ein Bild macht, um Kampfgeschehen mit Offizieren spricht, mit Soldaten. Er berichtet darüber in unserem Gespräch. Seit über zehn Jahren, an sechs Tagen die Woche, am Abend, mehrere Stunden lang Sendungen macht im Fernsehen. Sie gehören zu den meistgesehenen Sendungen Russlands. Ich habe hier mit Leuten gesprochen. Was haltet ihr von ihm? Wie seht ihr das? Alle redeten mit grösstem Respekt vor ihm, auch die, die seinen Stil, seinen sehr provokativen und auch ausfälligen Stil, nicht schätzen. Ich habe ihnen gesagt, finden sie es eigentlich eine gute Idee. Wenn man die ganze Zeit Leute beleidigt und da in einer Flammenwerfersprache spricht, gerade in den jetzigen Zeiten, habe ich sogar etwas Stilkritik gemacht, was ich eigentlich nie mache, weil ich finde, Leute, die über den Stil reden, die wollen nicht über den Inhalt reden. Und wir sind uns dann auch in die Haare geraten bei bestimmten Themen. Aber auf jeden Fall, die Leute sprechen mit grösstem Respekt von Solowjov, von einem Mann, der wirklich extrem hart arbeitet, nicht nur Abendsendungen, er macht Morgensendungen, stundenlang. Er habe kein eigenes Rechercheteam, er würde sich das alles selber aneignen. Ich habe ihn gefragt, wie viele Stunden schlafen Sie überhaupt, ist das Zeitverschwendung für Sie? Vier Stunden, vier, fünf Stunden. Eine unglaublich wache Persönlichkeit, eine Herausforderung und eben sozusagen die Verkörperung all dessen. Womit man nicht reden sollte, womit man sich nicht unterhalten sollte. Aber natürlich sind solche Persönlichkeiten hochinteressant, weil sie artikulieren etwas, in dem sich Millionen von Russen Tag für Tag wiedererkennen. Sie artikulieren eine Sensibilität, eine Wahrnehmung, eine Perspektive, die nicht unsere ist, die auch nicht meine ist. Auch wenn es viele Dinge gibt, die ich nachvollziehen kann, die er sagt, aber es gibt auch Dinge, da schüttelt man den Kopf, aber... Das ist ja auch in Ordnung, man muss ja auch nicht mit allem einverstanden sein. Und wir brauchen, meine Damen und Herren, keine Vorkoster in Bern oder in Brüssel, die uns da Vorschriften machen wollen, mit wem wir eigentlich zu sprechen haben. Also da sind wir jetzt dabei, das Ganze aufzuarbeiten. Das grosse, das definitive Gespräch in zwei Teilen. Natürlich ein Wagnis, ein Sprung ins Freie sozusagen. Aber interessant, sich damit auseinanderzusetzen, das auch einmal auf sich einwirken zu lassen. Im Reich der wilden Tiere, ja sagen wir es so, im zoologischen Garten der menschlichen Möglichkeiten. Ohne jede Despektierlichkeit gesagt, aber eben um das Ganze etwas aus dieser moralischen Splitterkammer, aus dieser Hochdruckkammer rauszunehmen. der Beklemmung und der verordneten Meinungseinfalt, die man bei uns in Europa hochziehen will. Und selbstverständlich muss man in Konfliktzeiten, in kriegerischen Zeiten, auch und vor allem mit den Verfähmten, mit den Verdammten, mit den Angeklagten, mit den Angeprangerten sprechen. Und das ist ja auch so eine Groteske der Gegenwart. Dass zum Teil sogar erwartet wird, dass man sich dafür rechtfertigt, dass man mit dem Angeklagten, mit dem Angeprangerten redet. Haben wir eigentlich nicht mehr alle Tassen im Schrank? Gibt es den Rechtsstaat nicht mehr? Audiatur et altera pars, in dubio pro reo. Dürfen die Russen nicht sagen, wie sie die Vorwürfe der Kriegsverbrechen sehen? Dürfen die Russen nicht mehr ihre Sicht darlegen auf... Gräueltaten, die Ihnen in die Schuhe geschoben werden, die Ihnen vorgeworfen werden im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg. Selbstverständlich dürfen Sie das, meine Damen und Herren. Das ist für mich dann am Ende des Tages einfach die Essenz des Journalismus. Ich habe meine Wahrnehmungen, ich habe meine Meinungen. Einige davon werden geschätzt, andere davon werden weniger geschätzt. Und selbstverständlich sind die subjektiv eingefärbt und immer vorläufig. Und vielleicht das Resultat von... Irrtümer und Fehleinschätzungen, zu wenig präzise Faktenkenntnis, deshalb darf man sich auch nicht einbilden, die Wahrheit zu besitzen. Aber etwas ist hier entscheidend, dass man eben immer auch dorthin geht, wo es angeblich verboten sein soll, hinzugehen und mit denen auch zu sprechen. Mit der anderen Seite auch mit denen, die eine andere Auffassung teilen, aber vor allem auch mit denen, die sonst nicht gehört werden, aber gehört werden sollen. So, also. Das ist eine relativ kurz, jetzt doch erstaunlich kurz geratene Einführung, sodass ich über die Aktualitäten noch sprechen kann. Gestern Abend habe ich noch mitbekommen, die SPD-Elegierten haben Daniel Josic, den Ständerat, nicht mehr aufgestellt für die nächsten Ständeratswahlen. Sie suchen jetzt einen anderen Kandidaten, eine andere Kandidatin. Jacqueline Badran preist sich da an. Ich habe mir gedacht, als ich das gehört habe, weil die haben das dann begründet, Josic sei nicht mehr auf Parteilinie, da und da und da würde er abweichen, also nominiere man diesen erfolgreichen Politiker nicht mehr. Also erfolgreich, das sage ich, das wurde ihm gestern, glaube ich, weniger angeheftet. Dann habe ich dann einfach gefragt, was wäre jetzt in den Medien los, wenn bei der SBUP so etwas passiert wäre. Wenn die Hardliner der Partei sich durchgesetzt hätten gegen den gemässigten Kandidaten der Mitte, der eben auch Positionen anderer Parteien vertritt, der nicht stalinistisch, das war auch ein Streitthema mit Solowjow, Stalin, und die ganze Situation in der Ukraine. Ich habe ihm vorgeworfen, dass er die ukrainische Geschichte zur Karikatur macht, dass er sie missbraucht. Und wenn man von Nazis redet und von Genozid, dass das ein zynischer Eine zynische Zweckentfremdung fürchterlicher historischer Erfahrungen wäre, haben wir geschlossen. Also Daniel Josic nicht in jeder Hinsicht auf der Parteilinie und deshalb darf er nicht mehr nominiert werden. Wenn die SVP das macht, dann heisst es eben immer, dass seine Partei mit Marschkolonnen ENDE Einheitsmeinung und es sei verboten, es sei eine totalitäre Organisation. Aber eben wenn es die SP macht, dann sehen das unsere Journalisten halt ein bisschen anders. Daniel Josic abgestraft, weil er da den Parteimulas nicht devot genug entgegen gearbeitet hat. Ich könnte mir vorstellen, dass ihm das bei den nächsten Wahlen sollte er dann noch einmal antreten. durchaus helfen könnte. Schock am Bahnhof, Wintertour gestern um halb neun morgens. Es ist schon unglaublich, was in der Schweiz passiert. Ein 31-jähriger Mann, Zeitungen sprechen natürlich von einem Schweizer, denn heute sind viele Schweizer, die es früher nie gewesen wären. hat Allahu Akbar gerufen und auf mehrere Personen eingestochen. Der Bahnhof wurde grossräumig abgesperrt. Sowohl die dortige Stadtpolizei als auch die Kantonspolizei sind vor Ort. Der Mann hat drei Personen mit einem Messer zum Teil schwerst verletzt. Es handelt sich um einen türkisch-schweizerischen Doppelbürger, 2009 eingebürgert, der sich in letzter Zeit in der Türkei aufgehalten hat und am Vortag als ungefährlich. aus der Psychiatrie Winterthur entlassen worden ist. Seine ganze Familie ist IV-abhängig. Dabei haben wir doch vorgestern von Fabian Schäfer in der Neuen Zürcher Zeitung gelesen, dass durch die Zuwanderung die IV finanziert würde und dass diese Zuwanderer ja überhaupt nie, gar nie IV beziehen würden. Die ganze Familie dieses mutmasslichen Täters. bezieht Invalidenrente. Wer das heutige Migrationsdesaster erleben will, muss offensichtlich am Bahnhof Winterthur herumstehen und dort wird er zum Schluss kommen, es kommen zu viele und es kommen die Falschen. Und in diesem Zusammenhang ist mir noch aufgefallen, dass der Zürcher Regierungsrat Mario Fehr, Polizeidirektor, ein ganz feines Sensorium hat. auch sich selber immer wieder ins tatsächliche oder vermeintlich rechte Licht zu rücken, dass dieser Regierungsrat den Namen des mutmasslichen Täters öffentlich gesagt hat. Und das ist eine Grenzüberschreitung. Das dürfte er nicht tun. Das hilft, wenn man so will, der politischen Rechten. bei der er vermutlich jetzt punkten will. Aber wir leben in der Schweiz immer noch in einem Rechtsstaat. Das heisst, es gilt auch ein Persönlichkeitsschutz für die betroffene Familie des mutmasslichen Täters, eben IV-Bezüger, in einer natürlich jetzt aufgrund dieser grässlichen Tat extrem aufgeheizten Stimmung. Und da ist es jetzt einfach verantwortungslos, meine Damen und Herren. Wenn der Zürcher Polizeidirektor ohne jeden Zwang diesen Namen nennt, diesen Namen braucht es gar nicht. Entscheidend ist, dass man weiss, dass hier auch ein Migrationsgeschehen verbunden ist. Weil das ist ja das, was die Medien zum Teil vernebeln wollen. Dass man eben von Schweizern redet, um hier sozusagen das Narrativ entsprechend zu beeinflussen. Aber den Namen, den muss man nicht nennen, den muss man gar nicht kennen. Weil das hat nur negative Auswirkungen auf die... Sicherlich auch von dieser tat schockierten Familie. Ich weiss nicht, ob sie noch Kinder haben. Das geht einfach nicht. Kann man nicht machen. Das ist Populismus. Und vor allem ist es auch ein Abweichen von den rechtsstaatlichen Grundlagen unseres Staates. Und darum ist es richtig, dass meine Kollegen in Zürich bei der Weltwoche diesen Namen nicht genannt haben, obwohl er in den sozialen Medien schon verbreitet wurde. Darauf berief sich dann ja auch Mario Fehr. Aber er hat nicht recht. Und es ist auch nicht so, dass ein Regierungsrat, ein Polizeidirektor alles herausplappern muss, was da auf den sozialen Medien herumgeistert. Selbst dann nicht, wenn es stimmt. Er hat hier die Einhaltung dieser eben auch Persönlichkeitsrechte des Täters, die natürlich jetzt, wenn man überhaupt darüber redet, möglicherweise in gewissen Kreisen schon eine Empörung auslösen. Doch es gibt diese Persönlichkeitsrechte, vor allem auch der Angehörigen. Also das ist dann eine Entgleisung in diesem... Zusammenhang. Relativ schräg dazu, dieser Mordtat von Winterthur, steht ein Interview der Nidwaldner Chefin der kantonalen Polizei- und Justizdirektoren im Blick, Regierungsrätin Karin Kaiser-Frucci-Mitte. Sie fürchtet Kontrollverlust bei Kriminalität und Terrorismus bei einem Ja zu 10 Millionen-Initiative. Sie behauptet, Zitat, «Es ist grundsätzlich nicht meine Aufgabe, eine Kampagne zu führen, Zitat Ende, um dann natürlich genau dies zu tun.» Ich bin gespannt, ob beispielsweise die Nidwalder am 14. Juni in der Mehrheit dieser Polizeidirektorin folgen werden. Sie erzählt einmal mehr das Märchen von der sicherheitspolitischen Insel. Wie wenn wir über Schengen-Dublin abstimmen würden. Schengen, das ist die Zugehörigkeit eben zu diesem europäischen Polizeicomputer. Das wird behauptet von den Gegnern. Sie sagen, wenn wir Ja sagen zur 10-Millionen-Schweiz-Initiative, dann fallen wir aus diesem Polizeicomputer raus, ergo wird die Schweiz unsicherer. Dazu ist zu sagen, erstens, die Schweiz ist aufgrund der Personenfreizügigkeit, aufgrund von Schengen-Dublin, viel unsicherer geworden als Voreinführung. Also offensichtlich ist diese Polizeidatenbank weniger wirksam als das entfesselte kriminal-touristische Geschehen, das durch diese Abkommen in Gang gebracht wurde. Und zweitens stimmt es einfach nicht, denn die Personenfreizügigkeit, die tangiert ist. durch die 10 Millionen Schweiz-Initiative, im Notfall, wenn der Bundesrat nichts macht, wenn er eben keine Massnahmen ergreift, das Ganze einfach schlittern lässt, dann muss er irgendwann dieses Abkommen kündigen. Aber das muss er ja gar nicht. Er hat es ja in der Hand, vorher zu schauen, dass wir gar nicht zu diesem Punkt kommen. Aber das hat überhaupt nichts zu tun mit Schengen und Dublin. Personenfreizügigkeit, das sind die bilateralen Eins. Da gibt es diese unsinnige Guillotine-Klausel, was ja auch dokumentiert, dass vor allem die EU die Personenfreizügigkeit will. Dass es eine Kröte ist, die man schlucken muss, darum haben es die Leute von der EU zusammengebaut, zusammengeschraubt mit der Guillotine-Klausel, dass die Schweiz ja nicht einzelne Verträge herauspickt. Und zum anderen ist eben bilaterale 2, und das ist Schengen-Dublin. Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Also hier wird Unsinn, hier werden Fake News verbreitet. Und wenn Frau Kaiser so argumentiert, müssten wir ja eben sicherheitspolitisch viel besser dastehen. als wir es heute tun, dank der EU und ihrer grossartigen Sicherung der Grenzen. Sie behauptete dennoch entgegen jeder Wahrheit, Zitat, gewisse Massnahmen gegen die Zuwanderung könnten die Personenfreizügigkeit mit der EU gefährden und damit auch die Abkommen von Schengen und Dublin. Der Zugang zu den europäischen Verhandlungssystemen wäre uns dann verwehrt. Meine Damen und Herren, wer so redet, der hat vor der EU bereits kapituliert. Der beruft sich nicht mehr auf Verträge, der huldigt, der macht. Tatsache ist... Die forcierte, die von der EU forcierte und von der Schweiz angenommene Zuwanderungspolitik der Personenfreizügigkeit macht uns unsicherer, sie macht uns ärmer und sie raubt uns Lebensqualität. Mir hat jemand gerade kürzlich erzählt, er brauchte für ein Mittagessen in Thun, wobei das Mittagessen das kürzeste war, siebeneinhalb Stunden, weil man die ganze Zeit im Stau steckte. Wollen wir das? Wollen wir, dass es einfach so weitergeht? Oder wollen wir uns wehren und endlich dafür sorgen, dass hier etwas geschieht? Da muss ich Ihnen sagen, das passiert nur, wenn man hier dem Bundesrat einen klaren Begrenzungsauftrag gibt. Denn alles andere wirkt nicht. Denn in Bern haben sie sogar angefangen, bei der Zuwanderung Volksentscheide in die Tonne zu kübeln. Stichwort Masseneinwanderungsinitiative. Und wenn wir nicht Ja sagen, das kann ich Ihnen auch garantieren, dann wird einfach nichts passieren. Null Komma, gar nichts. Dann läuft es weiter, die Wirtschaftsverbände, die Bürgerlichen, wenn sie nicht dafür einsetzen, dass man das Asylchaos stoppt, sozusagen als Preis, den man bezahlt, um laufend neue, billige Arbeitskräfte ins Land zu schaufeln, wobei man die Gewinne, die man abschöpft aus den günstigen Löhnen und die man selber kassiert, die hat man dann auf dem Konto, während man die sozialen Kosten Wenn die eben arbeitslos werden, und ich habe Ihnen die arbeitslosen Zahlen gestern gesagt, das schiebt man dann aufs Kollektiv ab. Gute Nachrichten. Laut Tamedia, und ich höre das hier auch in Moskau, arbeitet man in der Europäischen Union daran, wieder diplomatische Gesprächskanäle zu Russland aufzumachen. Gott sei Dank. Ich meine, absurd spät. Aber hoffen wir, dass es zustande kommt. Die Zeit könnte bald reif sein für offizielle Gespräche zwischen Europa und Russland. Das sagt Botschafter Thomas Greminger vom Genfer Zentrum für Sicherheitspolitik. Dieses Gremium bereitet einen Expertendialog zwischen Europa und Russland vor. Vertreter aus Frankreich, Grossbritannien, Deutschland und Italien sollen mit russischen Akteuren sprechen. Das wäre höchst sinnvoll, denn im Ukraine-Krieg eskaliert die Lage derzeit mit unabsehbaren Wirkungen. Und offensichtlich... hat das doch etwas ausgelöst in der Europäischen Union. Und das ist überfällig, denn die diplomatischen Beziehungen sind ja damals abgebrochen worden. Der Mediasjournalist Philipp Loser lamentiert über den politischen Wertezerfall. Zitat, Nazis verharmlosen, heute normal. Ich glaube, es ist eher normal, dass man heute sehr schnell jemanden als Nazi tituliert. Das ist übrigens völlig... Geschichtsblind und ohne Kenntnis der historischen Umstände. Und Lohse ärgert sich darüber, dass in der Schweiz fast seit 30 Jahren eine Partei am stärksten ist, die für ihre aktuelle Initiative mit dem Spruch «Asylanten vergewaltigen» elfmal häufiger als Schweizer wirbt. Und er sagt, das dürfe man eben nicht bringen, das sei ganz schlimm. Weil eine solche Aussage bei uns schon lange nicht mehr sozial geächtet ist, muss man eben sozial ächten, so eine Aussage. Und weil sie normal ist, Zitat Loser. Was Loser vergisst anzufügen, und weil sie wahr ist. Es stimmt einfach, bedauerlicherweise. Offensichtlich darf man die Wahrheit nicht mehr sagen, nach Auffassung des Damedia-Journalisten Loser. Er könnte sich mal mit dem sozialen Anstand der Linken auseinandersetzen, das prangelt er nämlich auch an. Es hat eine Verrohung, eine Verluderung des Anstands stattgefunden. Wie steht es denn eigentlich um den Anstand der Linken, die jetzt die Plakate wegreissen, vandalisieren? Oder in der Berner Innenstadt zum Teil diese Banden, diese Saubannerumzüge. Die ganze Innenstadt verwüsten, einfach weil ihnen irgendeine politische Sache nicht passt. Prügelt und schlägt man um sich. Vandalismus. Oder, dann hatten wir vorgestern Abend... Diese Veranstaltung von Kompass Europa, 1700 Leute, hervorragend organisiert, Vorträge, Partners Group, Fredi Gantner, Marcel Erni. Podien und plötzlich stürmen da irgendwelche Aktivisten die Bühne. Fredi Gantner gibt dann sogar einem dieser Amokläufer das Mikrofon und erhält dann, anstatt eine Frage zu stellen in einem Vortrag, natürlich in makellosem Hochdeutsch. Also hier geht die Zuwanderung dann direkt ins andere Thema des Herrn Loser über. Und über solche Begebenheiten lesen wir im Tagesanzeiger kein Wort. Gute Nachrichten in der NZZ. Der Bundesrat streicht 60 Stellen in der Kommunikation. Immerhin. Und aus der Region Basel hören wir die SVP-Initiative «Keine 10 Millionen Schweiz» erhält unerwartete Unterstützung. Prominente Politikerinnen und Wirtschaftsführer aus der Region Basel stimmen der SVP-Vorlage zu, trotz Nein-Parole ihrer Parteien. Zum Beispiel Samuel T. Holzach, ehemaliger UBS-Regionaldirektor und während jahrelanger Präsident des Theaters Basel, befürworten. die Initiative, wie er zu Batz sagt, es wird langsam eng in unserem Land. Seit dem Jahr zur Masseneinwanderungsinitiative sind zwölf Jahre vergangen, aber es hat sich kaum etwas geändert. Die Schweiz braucht endlich die Möglichkeit, die Zuwanderung besser zu steuern. Jemand wie Holzach fügt sich vordergründig passgenau in die wirtschaftsnahen und kulturaffinen Milieus der Basler Eliten ein, für das die SVP eigentlich ein rotes Tuch ist. Es brauche ein Zeichen, Zitat, so kann es nicht weitergehen. «Politik muss endlich reagieren und die Probleme nicht negieren.» Ein Zeichen setzen will auch Nicole Nüssli, die FDP-Politikerin und ehemalige Gemeindepräsidentin von Al-Schwil. Stimmt ebenfalls, Zitat, «aus Überzeugung ja», aus ähnlichen Gründen wie Holzhach. Die Masseneinwanderungsinitiative sei nicht umgesetzt worden, Zitat, «seither sind Hunderttausende eingewandert und wir haben trotzdem einen Fachkräftemangel, da stimmt doch etwas nicht», Zitat Ende, sagt Nüssli. Ebenfalls Ja-Stimme Rudolf Mohler, alt FDP-Gemeindepräsident von Oberwil und Ex-Direktor des Kantonsspitals Laufen. Zitat Ende. Die Initiative betrifft nur die ständige Wohnbevölkerung. Zitat Ende. Natürlich seien Branchen wie das Gesundheitswesen auf ausländische Arbeitskräfte angewiesen, doch gerade in Grenzregionen werde der Bedarf an Fachkräften heute schon zu einem guten Teil mit Grenzgängern gedeckt, sagt er. Bundesrat Jans, haben Sie zugehört? Haben Sie das mitbekommen, was hier passiert? erzählt wird. 2014 habe er gegen die Masseneinwanderungsinitiative gestimmt. Mittlerweile sei er für eine Beschränkung der Zuwanderung. Zitat, jetzt braucht es ein Stoppzeichen des Volkes an die Adresse der Politik. Und jetzt braucht es auch ein Stoppzeichen in dieser Sendung, die etwas länger gedauert hat aufgrund meiner einführenden Darlegungen. Ich danke Ihnen, dass Sie mir trotzdem bis hierhin gefolgt sind. Bis gleich jetzt an das internationale Geschehen. Entschuldigen Sie, bevor Sie dieses Video nun wegklicken, was Sie eben gesehen haben, diese Art von Journalismus, die gibt es eigentlich in dieser Form fast nicht mehr auf dieser Welt. Rede und Gegenrede, die andere Sicht beleuchten, das ist die Weltwoche unabhängig, kritisch und ja, auch gut gelaunt, weil wir eben glauben, dass selbst in den schlimmsten Abgründen immer irgendwo ein Lichtblick liegt. Wir beleuchten, was andere weglassen, Wir sprechen mit jenen, mit denen sich sonst... Niemand zu unterhalten getraut. Wir schreiben, was ist. Abonnieren Sie daher die Weltwoche. Jedes Abo ist eine Liebeserklärung an die Meinungsvielfalt. 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