Grüezi miteinander, ganz herzlich willkommen und einen wunderschönen guten Morgen, meine sehr verehrten Damen und Herren, liebe Freunde aus nah und fern. Ich begrüsse Sie zur internationalen Ausgabe von Weltwoche Daily. Die andere Sicht unabhängig, kritisch gut gelaunt und zuversichtlich am Donnerstag, dem 4. Juni 2000. 26. Der zweite Teil meines epischen, meines nicht mehr enden wollenden Interviews mit dem russischen Fernsehmoderator und Journalisten Wladimir Solovyov ist seit gestern Abend 17 Uhr auf unserer Website freigeschaltet. Tauchen Sie ein in diesen Wortwechsel zwischen dem Schweizer und dem Russen, der allabendlich Millionen von Fernsehzuschauern an den Bildschirmen. fesselt und vergessen Sie alles, was Sie über Solovyov in den europäischen Medien gelesen haben. Da putzt man sich an ihm die Schuhe ab, bezeichnet ihn da als seelenlosen Propagandisten. Natürlich vertritt er Positionen, die von weiten Teilen der russischen Bevölkerung und der russischen Elite geteilt werden. Aber was man komplett unterschätzt, ist, dass er wie... Vielleicht kaum ein anderer russischer öffentlichkeitswirksamer Publizist die Regierung im Kreml sehr scharf auch kritisiert. Allerdings kritisierte er sie nicht so, wie man das in westlichen Ohren gerne hörte. Was mich vor allem fasziniert hat, ist die Kultur des Klartexts. Also hier tritt uns eine rhetorische Naturgewalt entgegen, aber eben nicht nur Rhetorik. sondern eben auch substanzielle historische Kenntnis. Verbunden natürlich mit einem Dominanzanspruch vor der Kamera. Da muss man gelegentlich nur schon aus prophylaktischen Gründen dagegen halten. Selbst dann, als ich ihm noch innerlich zustimmen musste, habe ich öfters da etwas das Bremspedal bedient. Aber ich glaube, die Milch ist im Studio nicht sauer geworden, obwohl wir da phasenweise an uns... herangeraten sind in die Haare, uns da gefallen sind wechselseitig gewissermassen. Wobei Sie auch schön beobachten können, wie dieser glanzvolle Performer natürlich auch schauspielerische Fähigkeiten mitbringt, wie er da wechselt von unterschiedlichen Tonalitäten. Allein die Technik, die Art und Weise des Auftritts ist natürlich auch wiederum lehrreich, inspirierend, erhellend und einmal mehr für mich tatsächlich imponierend. Die politische Inkorrektheit, die offensichtlich in der russischen Öffentlichkeit, zumindest in den tolerierten Bereichen, in den tolerierten Teilen hier vorkommt, das ist ganz etwas anderes als dieses pasteurisierte Sprechen, das wir bei uns haben, diese sterile, ja auch etwas salonfähige Verlogenheit, die sich ausbreitet. Da ist Solowjow, eine Antithese, ein Kontrapunkt. Der zweite Teil unseres Gesprächs jetzt auf weltwoche.ch, weltwoche.de. Aber eben, wir werden es dann auch auf YouTube freischalten. Aber schauen Sie sich mal da etwas die Weltwoche näher an und abonnieren Sie unsere Zeitung. Wir haben attraktive Angebote. An dieser Stelle möchte ich mich sehr, sehr herzlich bedanken. bei den YouTube-Zuschauern, die uns unterstützen mit einem Super-Thanks. Sie haben ja je nach Gerät eine Schaltfläche Thanks in Herzform da unter den Sendungen. Und wenn Sie da draufklicken, gibt es die Möglichkeit von Spenden. Und zu meiner grossen Freude und auch enormen Dankbarkeit sind da... Jetzt immer mehr Spenden bei uns eingetroffen, spontan, obwohl wir noch gar nicht darauf hingewiesen haben. Aber ich möchte das natürlich auch ermutigen. Das ist fantastisch. Das hilft uns natürlich, hier die Programme noch besser zu gestalten. Und deshalb ein von Herzen kommendes Merci Ihnen allen für diese Unterstützung. Selbstverständlich sind aber auch alle ebenso herzlich willkommen, die nicht. da ins eigene Portemonnaie greifen, die nicht spenden. Aber eine Spende ist gar keine so schlechte Idee. Auf jeden Fall, merci, vielen Dank für diese Grosszügigkeit. Die neue Weltwoche mit einem schweizerischen Thema auf dem Titel nämlich der Entwicklung der sozialdemokratischen Partei. Der Partei der Schweiz in Richtung einer Sekte, das beschäftigt jetzt im Zusammenhang mit einigen innenpolitischen Entwicklungen. Jetzt für ein internationales, vor allem für ein deutsches und österreichisches Publikum besonders interessant, meine ich, ist mein Bericht, meine Reportage aus Moskau. Und das muss man hier einfach mal ganz deutlich festhalten, weil diese russische Optik in der Europäischen Union noch viel stärker sanktioniert. und zensuriert ist als in der Schweiz. In der Schweiz können sie Russia Today nach wie vor auf den Websites abrufen, wobei auch wir Bundesräte, Regierungsmitglieder hatten, die sich für eine Sperre ausgesprochen haben. Das ist der grösste Wahnsinn. Ich meine, sind wir eigentlich verrückt geworden, dass wir nicht mehr die Propaganda der anderen Seite zur Kenntnis nehmen wollen? Nur noch unsere eigene Propaganda? Haben wir vergessen, dass in Kriegszeiten die Wahrheit immer das erste Opfer ist und alle Seiten Propaganda betreiben und vor allem die am meisten Propaganda betreiben, die immer nur sagen, die andere Seite betreibe exklusiv Propaganda. Natürlich steckt die europäische, steckt auch die schweizerische Öffentlichkeit, allerdings nicht so tief im Sumpf dieser Kriegspropaganda, die da aus Brüssel, aus den Hauptstädten der Europäischen Union kommt. Umso wichtiger ist es, sich anzuhören, was die andere Seite denkt. Denn wenn Sie nur nach einseitig schauen, dann ver... bunkern sie sich, dann verbuddeln sie sich, dann verbarrikadieren sie sich in ihrer eigenen Welt der Illusionen, der Vorurteile, des Wunschdenkens und genau das beobachten wir doch jetzt in Europa, in der Europäischen Union und wenn sie die Zeitungen lesen, und das mache ich ja täglich, schau mir das an, das ist wie eine Pravda, das ist eine Einheitsmeinung, die ihnen da entgegen gehalten wird. Tag für Tag über den Ukraine-Krieg. Und die neueste Welle ist skurriler Jubel. Ja, Russland habe riesige Probleme. Russland sei verzweifelt. Das hat jetzt auch NATO-Generalsekretär Mark Rutte erwähnt. Aber wissen Sie, selbst wenn es so wäre, dann müssten verantwortungsvolle Politiker gerade jetzt die Alarmtaste drücken und sagen, wenn denn tatsächlich Russland verzweifelt wäre. auf dem Schlachtfeld. Wir kommen dann gleich noch darauf zu sprechen. Ja, dann wird es erst recht gefährlich. Und da müssen Sie jetzt nicht Geschichte studiert haben. Warum haben die Japaner 1941 bei Pearl Harbor die Amerikaner angegriffen? Ja, ganz einfach deshalb, weil sie verzweifelt waren. Weil die Amerikaner einen Totalboykott der Wirtschaft ausgesprochen hatten. Die Rohstofflieferungen an Japan wurden gestoppt. Und das war der Grund. warum sich dann die Staatsführung entschieden hat, fatalerweise den US-Flottenstützpunkt in Pearl Harbor anzugreifen, um die Amerikaner aus dem Pazifik zu vertreiben. Das ist ihnen am Anfang etwas gelungen, aber dann schon bei der Schlacht von Midway hat es die Wende gegeben. Übrigens auch dank schweizerischen Kanonen aus den Bührle-Werken, die da zum Einsatz gekommen sind. Allerdings ohne Lizenzzahlungen der Vereinigten Staaten von Amerika. Das müsste man auch gleich noch... hinzufügen, diese 20-Millimeter-Kanonen haben es den Schiffen eben bei Midway erlaubt, den Zerosen-Bombern, Jägern der Japaner, den Garaus zu machen. Also verzweifelte Situationen produzieren verzweifelte Massnahmen. Und wenn sich eine Grossmacht in die Ecke gedrängt fühlt, dann greift sie zu den äussersten Gewaltmitteln. Das haben wir übrigens auch gesehen in den 60er-Jahren bei der Kubakrise. als die Sowjetunion als Reaktion auf die Stationierung amerikanischer Atomraketen in der Türkei ihrerseits Atomraketen auf Kuba stationieren wollte. Und das führte ja bekanntlich dazu, dass Präsident Kennedy, der spätere Friedensapostel, obwohl er den Vietnamkrieg noch angesteuert hat, den dann sein Nachfolger ausbaden musste, vor allem Lyndon Johnson, dieser Kennedy hat dann Khrushchev mit einem Weltkrieg gedroht, mit einem Atomkrieg. und man war da einen Millimeter ganz nah dran. Und ich muss Ihnen sagen, jetzt nach meiner Reise in Moskau, bei allen Vorbehalten, die man natürlich haben muss, bei aller sozusagen Filterschablone, die angelegt werden muss, wenn man mit den russischen Quellen spricht, ich habe mit Politiker gesprochen, ich habe mit... Ich habe mit Akademikern gesprochen, ich habe mit Aussen, mit Ausländern gesprochen, die politisch, diplomatisch in Russland tätig sind. Das kann man nicht alles zum Nennwert nehmen. Es gibt da unterschiedliche Perspektiven, die einem entgegentreten. Aber etwas ist ganz klar. Die Europäische Union und insbesondere Deutschland, vor allem mit der eigenen Geschichte in Russland, die betreiben ein brandgefährliches Spiel. Und in Russland denkt man ernsthaft darüber nach. den Krieg zu eskalieren auf Europa. Es gibt Stimmen, die sagen, innerhalb der nächsten 6 bis 12 Monate werden wir einen Krieg in Europa haben. Und das sagen nicht irgendwelche kriegsverrückten Spinner. Das sagen... Hoch erfolgreiche, international tätige Unternehmer. Wir haben das Interview gehabt mit dem Politikwissenschaftler Sergej Karaganov, der sogar die nukleare Option ins Spiel bringt und sich ja verwundert zeigt, auch entsetzt, dass seine Provokationen mittlerweile anscheinend in der russischen Elite Mainstream sind. Das ist dann auch relativiert worden. Ich habe mit einem... hochrangigen russischen Politiker gesprochen, mit Alexej Pushkov, dem früheren Vorsitzenden des Aussenpolitischen Ausschusses, Senator, also Angehöriger des Oberhauses, und er hat diese Drastik zurückgewiesen und sie als Mythologie bezeichnet. Aber er hat gesagt, dass Europa sich auf einem Weg befinde und dies tatsächlich auch zur Verblüffung, zum Entsetzen, zur Fassungslosigkeit von russischen Beobachtern wie ihm auf einem Weg der Eskalation, der also ganz schlimm enden könnte. Und diese Möglichkeit, diese Eventualität, die wird jetzt in diesen hochmütigen, arroganten Kommandozentralen der Europäischen Union und in Berlin einfach so weggewischt. Und wenn ich die Medienberichterstattung heute Morgen anschaue, ich kann Ihnen vielleicht noch die eine oder andere Schlagzeile bringen, dann ist das einfach beunruhigend. Dass man jetzt diese Drohnenschläge, diese Drohnennadelstiche da, der Ukrainer gegen Russland, sozusagen als Vorboten einer militärischen Wende betrachtet. Ich möchte hier einfach zu bedenken geben, auch ich habe keine Kristallkugel, keinen sehenden Stein, keinen Palantir, wie es da heisst bei Lord of the Rings. Ist ja auch eines dieser Reizworte, dass man nicht mehr gefahrlos... erwähnen darf. Ich möchte einfach daran erinnern, dass der ukrainische Präsident Zelensky gesagt hat, dass den Ukrainern die Kraft fehlt, ihre Kriegsziele zu erreichen, nämlich die Russen aus dem Donbass zu vertreiben und die Russen aus der Krim zu vertreiben. Das ist eine Aussage von Präsident Zelensky. Und vor dem Hintergrund dieser Aussage muss man sich jetzt natürlich die Frage stellen, Warum führt er eigentlich den Krieg weiter, wenn er doch selber zugibt, dass er seine Ziele nicht erreichen kann? Wir haben jetzt im Donbass in diesen schwer befestigten Gebieten, wo im Zweiten Weltkrieg das Rückzugsgefecht der Wehrmacht gegen die Sowjetunion, die mit zwei Millionen Mann auf diesem Frontabschnitt angriff. Putin hat auf der ganzen Frontlinie 800'000 Soldaten. Und diese Rote Armee musste massiv dort. Die Feuereinsatzleisten haben sehr, sehr viele Leute verloren, übrigens auch die Wehrmacht. Das sind traditionsgemäss härtest umkämpfte Gebiete. Und warum hält man jetzt diese Blutmühle in Gang, um 17 Prozent eines Donbass-Territoriums zu sichern? 83 Prozent haben die Russen erobert. Und sie haben ja gesagt, wenn ihr diese Stellungen räumt, 17 Prozent, hört auf, diesen sinnlosen Krieg weiterzuführen, dann machen wir Friedensverhandlungen. Und was macht die Europäische Union, was macht Deutschland? Sie bestärken Selenskyj in diesem sinnlosen Krieg, in dieser Fortführung. Warum führt er den Krieg weiter, meine Damen und Herren? Weil er natürlich ganz genau weiss, wenn Frieden herrscht, wird er abgewählt. Warum hat der ukrainische Präsident für 18- bis 21-jährige Männer eine Ausreiseerlaubnis erteilt? Weil er ganz genau weiss, dass die jungen Generationen nicht bereit sind, diesen Krieg zu führen, den man bei uns überhöht, zu einem Krieg. für die westliche Zivilisation. So redet zum Glück auch niemand mehr. Aber diese Kriegsbesoffenheit, die haben wir ja am Anfang bei uns gehört, aber sie ist nach wie vor da und immer wieder. Und davor warne ich auch. Die systematische Unterschätzung von Russland. Und das ist ja auch nichts Neues in der europäischen Geschichte. Und man fragt sich dann hier, wie oft muss man eigentlich da noch in den Hammer laufen, in die Bärenklaue, in die Bärentatze, bis man es begreift. Diplomatie ist das Gebot der Stunde. Und bis jetzt sehen wir null Diplomatie zwischen Europa und Russland. Und vielleicht, wir lesen jetzt, könnte es sein, dass da eine entsprechende Mission zustande kommt. Aber die EU ist bis jetzt unfähig, sich auf einen Repräsentanten zu einigen. Und die Motive, die wir in den Zeitungen da lesen, sind eben auch schief. Sie sagen, ja, weil die Russen jetzt eben in Rücklage geraten militärisch. Und es treten dann immer wieder Experten auf, wie dieser unvermeidliche ehemalige Schachweltmeister Garry Kasparov, die dann sagen, ja, man müsse Russland militärisch besiegen. Meine Damen und Herren, bei realistischer Betrachtung Ist das nicht möglich. Und selbst die ukrainische Seite, der Präsident, hat es zugegeben. Und das würde doch bei vernünftiger Lesart zwingend zur Schlussfolgerung führen müssen, dass man diesen Krieg jetzt beenden muss. Denn wenn man selber nicht mehr gewinnen kann, dann sollte man wenigstens versuchen, nicht unnötig Leute zu opfern für nicht erreichbare Kriegsziele. Ich kann verstehen, ich kann nachvollziehen. dass der Einmarsch Russlands in die Ukraine die Leute empört. Aber er empört sie vor allem eben auch deshalb, weil sie die ganze Vorgeschichte dieses Kriegs nicht kennen. Und weil unsere Medien systematisch, propagandamässig, die Fehler, die Fahrlässigkeiten, die Verantwortungslosigkeiten des Westens systematisch ausblenden, die die Russen in diese unmögliche Lage gebracht haben, in eine Lage, in der die Amerikaner vergleichbar sind. genau gleich handeln würden und auch gleich handeln, vielleicht sogar noch entschlossener als der Zögerer Putin, als der Konktator Putin, der eben nicht den Klischees entspricht und diesen völlig durchgeknallten Feindbildern, die im Westen über ihn kursieren. Zum Glück entspricht er diesen Feindbildern nicht, weil dann hätte er vielleicht schon längst auf einen Atombombenknopf gedrückt, wie das zum Beispiel Politologen, einflussreiche Politikwissenschaftler wie dieser Sergei Karaganov. hier darlegen. Also, zurück zum Realismus, zurück zur Diplomatie. Sehe ich das in der deutschen Öffentlichkeit? Sehe ich das in der Wahrnehmung? Sehe ich das da in der Darstellung? Nein. Schlagzeilen der Frankfurter Allgemeinen. Ein einflussreiches Blatt in der deutschen Elite. Rutte nennt Russland zunehmend verzweifelt. Bundesregierung sieht Russland in einer Position der Schwäche. So geht es Russlands Wirtschaft tatsächlich. Meine Damen und Herren, was ist das für eine Rhetorik? Und was ist das für ein Militarismus, der sich da jetzt wieder ausbreitet? Was ist das für eine moralische Militanz, die sozusagen bruchlos von der Klimadebatte, von der Migrationsdebatte, von der Corona-Debatte jetzt auf diese Ukraine-Debatte sich vorpflanzt? In x-facher Verstärkung. Und das beschäftigt die Russen auch. Was ist mit den Deutschen los? Warum sind die dermassen gegen Russland jetzt eingestellt? Was ist denn da eigentlich passiert? Warum reden wir nicht mehr miteinander? Wir haben ja sogar in Stalin-Zeiten miteinander geredet. Was ist das für eine Überheblichkeit? Was ist das für ein Hochmut, der glaubt, ohne Diplomatie auskommen zu können? Der von Kriegstüchtigkeit spricht? Der von den stärksten konventionellen Streitkräften in Europa spricht? der militaristische Töne spuckt, dass es einem also wirklich das Blut in den Adern gefrieren lassen kann. Und das verbunden mit einer Kriegsoptik, die sich siegesgewiss gibt. Das ist ein ganz gefährlicher Cocktail, das ist ein Molotow-Cocktail des Verderbens, meine Damen und Herren, der sich hier irgendwo zusammenbraut. Die Ukraine benötigt ihre männlichen Staatsbürger, Österreich will Schutzstatus einschränken. Auch interessant, das wird viel zu wenig untersucht. Warum sind eigentlich so viele junge Ukrainer im Ausland? Warum kämpfen sie nicht? Oder die Welt. Der Tag, an dem die Ukraine Putins Narrativ zerstört. Alle Zeitungen, ich sage es Ihnen, das ist die Pravda, das ist die Einheitsmeinung. Der Drohnenangriff auf Putins internationales Wirtschaftsforum in St. Petersburg ist ein raffinierter Schachzug. Warum ist das jetzt ein raffinierter Schachzug? Wenn man ein Wirtschaftsforum angreift, an dem übrigens auch Deutsche teilnehmen, dies nur so nebenbei, warum ist das jetzt ein raffinierter Schachzug? Wo die Kriegsziele, die Selenskyj ausgegeben hat, gar nicht zu erreichen sind. Selenskyj ist doch auf der ganzen Linie gescheitert. Und Selenskyj, der bei uns bis zum Gehtnichtmehr verherrlicht und verklärt wird, hat doch als Staatspräsident komplett versagt, wenn er eine Situation entstehen lässt, die zum Krieg mit seinem mächtigeren Nachbarn führt. Und an diesem Punkt dürfen wir einen anderen Aspekt auch nicht unerwähnt lassen, vor allem für all jene, die jetzt empört sich vielleicht abwenden wollen, weil sie sagen, also dieser Köppel, das ist ja unmöglich, was der hier erzählt. Nein, das ist eben nicht unmöglich. Das ist leider die Realität, die ich Ihnen hier bringe, meine Damen und Herren. Etwas vom Wichtigsten in unserer westlichen Wertegemeinschaft, der sogenannten, ist ja der Schutz von Minderheiten. Da sind wir uns ja alle einig, oder? Die Minderheiten muss man schützen. Aber wissen Sie, wenn ich da auch in die Medien und die Politiklandschaft hinausblicke, dann sehe ich da eine sehr selektive Bewertung der Minderheiten. Nur die politisch korrekten Minderheiten, unsere Minderheiten, das sind dann die Minderheiten, die wir schützen wollen. Nehmen Sie die Ungarn in der Ukraine. Als Ministerpräsident Orban darauf hingewiesen hat, dass da Ungerechtigkeiten stattfinden, Diskriminierung, dass wegen des Ultranationalismus in der Ukraine eben auch die in Transkarpazien lebenden Ungarn unter die Räder kommen, wollte man das nicht hören. Jetzt ist der brüsselfreundliche Mann Magyar, unser Mann sozusagen, der Anti-Orban, der jetzt gerade mit autokratischsten Methoden den Staatspräsidenten abzuservieren versucht, jetzt ist dieser Mann... am Ruder und redet von den Minderheiten. Jetzt ist plötzlich auch von den ungarischen Minderheiten in der Ukraine die Rede. Was ist eigentlich mit den russischen Minderheiten in der Ukraine, denen man die Sprache faktisch verboten hat, als Amtssprache. Man hat die Bücher angefangen zu übersetzen, man hat Denkmäler errichtet für ukrainische Kriegsverbrecher, hat russische Denkmäler abgeräumt. Man hat diese russischsprachigen Minderheiten im Osten systematisch Nicht nur diskriminiert, sondern man hat sie auch massakriert seit 2014. UNO-Zahlen, 14'000 Tote, 12'000 bis 14'000 Tote im Donbass, beschossen durch die Kiewer Zentralregierung. Zuerst Poroschenko, dann Selenskyj. Wo ist da die Empörung über diese flagrante, über diese exorbitante Missachtung von Minderheitenrechten? Das ist auch die Bilanz der Regierung Selenskyj. Das wird aber komplett ausgeblendet und das allein zeigt ihnen, dass eben die Medien, dass die Politik im Westen, leider in Europa, diesem Kontinent, der doch eigentlich eine vermittelnde Rolle einnehmen sollte, in einem Stellvertreterkrieg ursprünglich zwischen den USA und Russland, aber mittlerweile haben es die Europäer fertiggebracht, dass sie an die Stelle Amerikas getreten sind in diesem Stellvertreterkrieg. Aber man ist gar nicht bereit, das wahrzunehmen, dass die Russen mittlerweile nicht mehr Krieg führen. gegen Amerika, sie führen Krieg gegen Europa und darum sind eben auch Gespräche mit einem Wladimir Solowjow so wertvoll. Nicht, dass man alles glauben muss, was er sagt, ganz im Gegenteil, aber weil es eben authentischer Ausdruck dessen ist, wie es die Russen sehen und er spricht es ganz deutlich aus. Wir führen nicht Krieg gegen die Ukrainer, wir führen Krieg gegen euch. Aber bei uns die totale Sorglosigkeit. Ja, der Russe, der pfeift aus dem letzten Loch, die kann man ja nicht ernst nehmen. Ist doch lächerlich. Meine Mann, legt es darauf an, dass Putin tatsächlich noch den Nachweis erbringen muss, dass Russland eine überlegene Atommacht ist? Und diese Politik, meine Damen und Herren, ist absolut unwidersprochen in der deutschen, in der österreichischen, in der europäischen Öffentlichkeit, zumindest im offiziellen Medien-Mainstream, der quasi als kritiklose Echokammer der politisch Regierenden fungiert. sich selbst aber der Illusion hingibt, immer noch unabhängigen Journalismus zu betreiben. Und diese politmediale Blase da, die zusammenhängt zwischen den Verlagshäusern und den Regierenden, das sind dann die, die bestimmen wollen, was Information und was Desinformation ist, während sie die Öffentlichkeit mit Desinformation fluten, meine Damen und Herren. Das ist die Situation aus meiner Sicht. Und ich lege das hier etwas eindringlicher dar, Nicht, weil ich sage, dass diese... Kriegswahrscheinlichkeit besonders hoch ist. Oder nicht, weil ich mich freute oder es herbeisehnte, dass die Russen tatsächlich jetzt hier aus ihrem Frustrationsgefühl, aus ihren Feindbildern heraus, die verrennen sich natürlich auch, die Russen. Das ist ja klar, dass die dann mit Pauschalurteilen und falschen Vorstellungen kommen. Ich habe ja allen meinen russischen Gesprächspartnern gesagt, ihr seht das völlig falsch. Die Starmers, die Merzens, die Macrons, das ist nicht der europäische Mainstream. Da gibt es sehr, sehr viele Leute, die es anders sehen, die eine andere Politik wollen. Und ich habe den Präsidenten Putin einmal kritisiert dafür, in dieser Valdei-Konferenz, dass er eben seinen Standpunkt viel zu schlecht verkauft habe. Und die Russen sind eben introvertiert, nicht wie die Amerikaner, die da auch ein Nichts verkaufen können, an die Öffentlichkeit gehen. Nein, die Russen, das ist, und für Putin besonders bezeichnend, ein Geheimdienstmann, da zieht man sich dann eben auch sehr schnell in den krummelnden Schmollwinkel zurück und kultiviert dann treuend Diese finsteren Bilder, nicht wahr? Eben der russische Bär, der dann aus der Tiefe des Raumes plötzlich mit einem Prankenschlag sich da in Erinnerung ruft. Und auch vor diesem Hintergrund ist es wichtig, zum Abbau der gegenseitigen Feindbilder Diplomatie zu betreiben. Und das ist mein Vorwurf an die EU-Elite. Dass sie aus ihrer ganzen grundlosen Überheblichkeit, die haben ja gar nichts zustande gebracht, woher kommt das eigentlich? Das ist eine... Ablenkung. Auch dieser Krieg ist dafür viele eine willkommene Ablenkung von der eigenen Unfähigkeit, dass sie aus dieser Haltung heraus gewaltige Risiken eingehen. Auch wenn die Eintretenswahrscheinlichkeit gering ist, das sind Risiken, die man nicht eingehen darf. Das ist völlig unnötig, eine falsche Politik gegenüber Russland fortzusetzen. Denn das, was wir im Ukraine-Krieg jetzt erleben, noch mehr NATO, noch mehr Waffen. Das ist ja die eigentliche Kriegsursache. Und wenn du glaubst, mit dem, was jetzt schon ein Unheil hervorgerufen hat, durch Verdoppelung oder Verdreifachung oder Verzehnfachung der Dosis, dieses Unheil wegzubringen, ja dann fällst du unter die Definition des klinischen Wahnsinns von Einstein, der einmal gesagt hat, wenn man die Fortsetzung des gleichen Handelns mit der Erwartung unterschiedlicher Ergebnisse verbindet, dann bist du wahnsinnig, dann hast du den Verstand verloren. Also. Meine Damen und Herren, ich schaue auf die Uhr. Es sind ja erst etwa 45 Sekunden vergangen. Wir können jetzt auf die anderen Themen auch noch zu sprechen kommen. Rassismus gegen Weisse bei der Polizei, der Fall Henry Nowak. Das ist ja eine unglaubliche Story aus Grossbritannien, die zu reden gibt. Da hat ja ein SIG die Polizei angerufen, gesagt, es habe von einem Weissen einen rassistischen Überfall gegeben. Die Polizei kommt, stellt fest, dass ein Weisser da am Boden liegt. angestochen, er könne nicht mehr atmen. Sie ziehen ihm Handschellen an. Man sieht jetzt Bilder, die Hände sind bereits weiss, Leichen blass. Der Mann, der weisse Henry Nowak, stirbt an seinem Blut, weil die Polizisten ihm nicht geglaubt haben. Er hat gesagt, er habe überhaupt nichts gemacht, er sei einfach niedergestochen worden. Anstatt ihm zu helfen, haben sie ihm Handschellen angelegt, er ist gestorben. Nachher stellt sich heraus, dass der SICK, also der Rinder, gelogen hat. Er ist jetzt, glaube ich, für 21 Jahre Gefängnis verurteilt wurden, aber es starb das Opfer auf dem Tatort, weil die Polizei nicht bereit war, ihm zu helfen, weil hier eben eine rassistische Schablone, sozusagen der Rassismusvorwurf eine Hilfeleistung verhinderte. Und jetzt ist die Frage, und Großbritannien diskutiert darüber, ist das jetzt schon systematischer Rassismusgegenweise? In der britischen Gesellschaft, nein, aber es ist ein Beispiel, oder vielleicht ist es das sogar, vielleicht darf man das gar nicht so schnell wegwischen, aber ich bin immer etwas misstrauisch bei dem Begriff systemisch. Das klingt mir immer allzu sehr nach einer Unterstellung, aber es ist sicherlich ein Beispiel dafür, dass eben diese ganze woke linke Rassismusideologie auch in den Köpfen der Polizisten so weit Platz gegriffen hat, dass sie glauben, dieser Ideologie entsprechen zu müssen und man zuerst einmal den Aussagen dessen glaubt, der eigentlich der Täter ist, einfach weil er anderer Hauptfarbe ist. Das ist also quasi eine polizeiliche Bevorzugung des Täters auf Kosten des Opfers aufgrund der Hauptfarbe. Das ist also ein tatsächlich antiweisser Rassismus. Ob er systematisch ist, da wäre ich etwas vorsichtig, aber er ist sicherlich bezeichnend und er ist alarmierend. dass so etwas stattfinden kann. Also man argumentiert nicht mehr, was ist eigentlich Sache, was ist die Realität, sondern was ist die Opferrolle? Wer ist sozusagen das klassische Opfer, das klassische Täterbild? Und da ist eben der Weisse nach dieser klischierten Vorstellung der Täter. Also eben struktureller Rassismus hatten wir natürlich damals beim Fall George Floyd. Sie erinnern sich, das war der Mann, der in... In Philadelphia, in einer amerikanischen Stadt, wurde von einem Polizisten in Gewahrsam genommen, einem Krimineller, und er ist dann bei dieser Verhaftung gestorben. Nach meiner Auffassung, nach der Auffassung von vielen Kritikern dieses Gerichtsurteils, aufgrund seiner eigenen Drogensucht. Er war nämlich schwer unter Drogen bei dieser Verhaftung und ist dann quasi an einem Herzstillstand gestorben. Aber man hat das dann am Schluss dem Polizisten zum Vorwurf gemacht. Damals sind dann... Alle Politiker solidarisch niedergekniet, auch übrigens Keir Starmer in Grossbritannien, man hat hier die Solidarität gezeigt und jetzt bei Henry Nowak, wenn also tatsächlich durch ein Fehlverhalten der Polizei dieses weisse Opfer von Ausländerkriminalität oder von Gewalt mit Wenn Migrationshintergrund stirbt, dann haben wir das Gegenteil. Das ist jetzt natürlich eine ganz intensive Debatte. Der Fall zeigt die Absurdität der Vogue-Rassismus-Debatte und auch das Motiv der Politiker, die diese Debatte anheizen. Iran und USA liefern sich Gefechte trotz Waffenruhe. Die Hauptroute der Krim wird zur Todeszone. Auch da Eskalation. Mit der Absurdität der Unmöglichkeit, die Kriegsziele zu erreichen, seitens von Selenskyj. Deutschland schafft es nicht in den UN-Sicherheitsrat. Das wird jetzt als grosse Prestige-Schlappe empfunden. Als Schweizer kann ich nur sagen, es ist gut, wenn man nicht im UN-Sicherheitsrat dabei ist. Die Schweiz ist ja dabei. Ich finde das nicht gut für ein neutrales Land. Die UNO ist sowieso ein im Moment leider fragwürdiges Gebilde. Dies ist ja auch der Grund, warum Trump seinen Friedensrat gemacht hat, wobei man nicht so genau weiss, was dieser Friedensrat momentan eigentlich leistet. Über die Schlagzeilen haben wir schon gesprochen bezüglich Ukraine. Ich bitte dich um Entschuldigung, Nastassja, ohne Wenn und Aber. Der deutsche Regisseur Wim Wenders entschuldigt sich bei der Schauspielerin Nastassja Kinski, dass er sie als 13-Jährige damals nackt in einem Film aufgenommen hat. Dieser Film soll nicht mehr gezeigt werden. Denn Österreich will den Schutzstatus. für ukrainische Schutzbefohlene aufheben oder relativieren. Und Aussenminister Wadephul analysiert in der Welt die Gründe für das Nein zu einem UN-Sicherheitsratssitz für Deutschland. Wegzug der deutschen Gehaltselite, so lukrativ ist das Ausland für Topverdiener. Ja, die stimmen mit den Füssen ab. Sehr viele kommen in die Schweiz, aber alle Deutschen können wir hier nicht auf. Und immer mehr Deutsche finden die Zusammenarbeitsverweigerung mit der AfD falsch. Die zerstörten Putin-Narrative, auch darüber haben wir schon gesprochen. Und das ist nun wirklich das unwiderrufliche Ende meiner heutigen Sendung. Aber ich muss das etwas grundsätzlicher anlegen, eben aufgrund meiner Erfahrungen in Moskau. Darüber schreibe ich in der aktuellen Weltwoche. Vielen herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit. Ihnen allen einen schönen Tag. Entschuldigen Sie, bevor Sie dieses Video nun wegklicken, was Sie eben gesehen haben, diese Art von Journalismus, die gibt es eigentlich in dieser Form fast nicht mehr auf dieser Welt. Rede und Gegenrede, die andere Sicht beleuchten, das ist die Weltwoche unabhängig, kritisch und ja, auch gut gelaunt, weil wir eben glauben, dass selbst in den schlimmsten Abgründen immer irgendwo ein Lichtblick liegt. Wir beleuchten, was andere weglassen. Wir sprechen mit jenen, mit denen sich sonst... Niemand zu unterhalten getraut. Wir schreiben, was ist. 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