Die EU prüft eine mögliche Ausnahme für ukrainischen Stahl vom CO₂-Grenzausgleichssystem CBAM, um die Wirtschaft des Landes zu stützen. Dies berichtet Politico. Laut dem Chef des Stahlkonzerns Metinvest, Jurij Ryschenkow, laufen Gespräche zwischen Brüssel und Kiew über eine Befreiung von der Abgabe für CO₂-intensive Importe.
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Ryschenkow sagte, der ukrainische Vizepremier Taras Katschka habe sein Unternehmen um Analysen und Vorschläge gebeten. «Er bittet uns um einige Analysen», erklärte er. Ziel sei es, Auswirkungen des Mechanismus auf die Branche zu bewerten und mögliche Lösungen zu entwickeln.
Der CO₂-Grenzausgleich ist Anfang Jahr in Kraft getreten und soll gleiche Wettbewerbsbedingungen zwischen EU-Unternehmen und ausländischen Produzenten schaffen. Ukrainische Stahlhersteller warnen jedoch, die Abgabe gefährde ihren Zugang zum europäischen Markt. Ein Unternehmen erklärte, die Massnahme habe das Geschäft in Europa «fast sofort» zum Erliegen gebracht, nachdem Kunden Bestellungen storniert hätten.
Die Stahlindustrie zählt zu den wichtigsten Exportsektoren der Ukraine und erzielte laut Weltbank 2023 Einnahmen von rund 4 Milliarden Dollar. Zugleich ist Stahl ein zentraler Rohstoff für die europäische Rüstungsindustrie.
Seit Beginn des Ukraine-Kriegs sind die Exporte ukrainischer Stahlprodukte stark zurückgegangen. Laut Ryschenkow halbierte sich das Volumen auf rund 2,2 Millionen Tonnen.