Der tschechische Präsident Petr Pavel fordert von der Nato ein härteres Vorgehen gegen Russland und schliesst dabei auch den Abschuss russischer Flugzeuge bei schweren Luftraumverletzungen nicht aus. Der frühere Nato-General sagte dem britischen Guardian, das Bündnis müsse endlich «Zähne zeigen» und entschlossener auf Provokationen aus Moskau reagieren.
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Pavel wirft dem Westen vor, zu zögerlich und uneinheitlich auf das Verhalten Russlands zu reagieren. Kremlchef Wladimir Putin teste gezielt die Grenzen der Allianz aus und nutze Unsicherheiten innerhalb der Nato. Teilweise habe Putin über die «Entscheidungsblockade der Allianz» gelacht, sagte der tschechische Präsident. Russland bewege sich bewusst in einem Graubereich knapp unterhalb des Nato-Bündnisfalls nach Artikel 5.
Besonders deutlich äusserte sich Pavel zur Verteidigung des Nato-Luftraums. Bei schweren Verletzungen müsse man im Zweifel «die Entscheidung treffen, entweder ein unbemanntes oder ein bemanntes Flugzeug abzuschiessen». Russland habe nach der Annexion der Krim im Jahr 2014 gelernt, wie die Nato reagiere, und seine Strategie entsprechend angepasst.
Pavel fordert zudem zusätzliche Druckmittel gegen Moskau. Er brachte unter anderem ins Spiel, Russland vom internationalen Finanzsystem weiter abzuschneiden oder den Internetzugang zu beschränken. «Russland versteht keine netten Worte», sagte Pavel. Entscheidend seien Macht und konkrete Taten.
Mit Blick auf mögliche Verhandlungen erklärte der tschechische Präsident, Russland müsse zunächst stärker unter Druck geraten, damit ernsthafte Gespräche möglich würden. Sollte die Nato nicht reagieren, werde Moskau seine Aktionen wahrscheinlich ausweiten, warnte Pavel.