Die deutsche Bundeszentrale für politische Bildung hat einen Verein mit über 100.000 Euro Steuergeld gefördert, der Würmern, Viren und Bakterien politische Mitbestimmung zusprechen will. Das berichtet die Zeitung Die Welt unter Berufung auf eine parlamentarische Anfrage im Bundestag.
Der Verein «Organismendemokratie» vertritt die Idee, dass nicht nur Menschen, sondern alle Lebewesen eines Staatsgebiets politische Rechte erhalten sollen. Auf der Website heisst es, alle Organismen hätten «gleichen Anspruch auf politische Teilhabe». Nutzer können sich dort sogar per «Wahl-O-Mat» Fraktionen wie «Weichtiere und Würmer» oder «Bakterien, Einzeller, Viren» zuordnen lassen.
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Laut Welt erhielt das Projekt in den Jahren 2023 und 2024 Fördergelder von insgesamt 109.124 Euro. Unterstützt wurde es zusätzlich von der Berliner Kulturverwaltung. Bei Veranstaltungen diskutierten Teilnehmer unter anderem die Frage, wie ein Ökosystem funktioniere, «wenn nicht der Mensch diktatorisch regiert».
Das Bundesinnenministerium verteidigte die Förderung zurückhaltend. Ziel sei gewesen, demokratische Mitbestimmung «spielerisch» zu vermitteln und neue Perspektiven auf gesellschaftliches Zusammenleben zu eröffnen. Die heutige Leitung der Bundeszentrale distanziert sich laut Welt allerdings indirekt vom Projekt. Die zuständige Organisationseinheit wurde inzwischen aufgelöst.