Der Krieg im Nahen Osten treibt die Lebensmittelpreise und könnte eine neue Inflationswelle von über 10 Prozent auslösen. Der Handelsexperte Gerrit Heinemann erklärt der Bild-Zeitung: «Es droht eine neue Inflations-Welle von über 10 Prozent – wie in der Corona-Krise.»
Auslöser ist laut Analyse eine Verknappung zentraler Rohstoffe. Düngemittel und deren Vorprodukte werden zu grossen Teilen über die Strasse von Hormus transportiert, die durch den Konflikt beeinträchtigt ist. Steigende Kosten in der Landwirtschaft schlagen damit direkt auf die Verbraucherpreise durch.
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Ökonomen erwarten insbesondere im Frischebereich deutliche Preissprünge. Milch könnte bis Jahresende um rund 18 Prozent teurer werden, Joghurt und Brot ebenfalls deutlich anziehen. Für Obst, Gemüse und Fleisch rechnen Experten mit Preissteigerungen von jeweils etwa 10 Prozent.
Auch auf Produzentenseite zeigt sich der Druck bereits. In den USA berichten Landwirte von bis zu 40 Prozent höheren Düngerpreisen. «Je länger der Krieg andauert, desto höher der Preisdruck», sagt Frank Gemmer vom Industrieverband Agrar.
Die Entwicklung hat globale Folgen. Die Ökonomin Samina Sultan warnt vor einem «neuen Inflationsschub» und zunehmenden Risiken für die Ernährungssicherheit in mehreren Regionen. In Ländern wie Pakistan, Indien oder Kenia könnten Ernteausfälle und Versorgungsengpässe drohen.
Auch die Geldpolitik beobachtet die Lage. EZB-Präsidentin Christine Lagarde warnte bereits vor möglichen Engpässen und sprach von «Rationierung».