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Warum Wolfgang Kubicki als FDP-Chef eine gute Nachricht wäre

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Warum Wolfgang Kubicki als FDP-Chef eine gute Nachricht wäre
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Der frühere CSU-Politiker Peter Gauweiler sieht im FDP-Vizepräsidenten Wolfgang Kubicki einen «ungewöhnlichen Politikertypus» und lobt dessen Unabhängigkeit als seltene Stärke. In einem Gastkommentar für die Zeitung Die Welt schreibt Gauweiler, Kubicki verfüge über Eigenschaften, «die ihn für viele Deutsche verdächtig» machten. Kubicki hat unlängst kommuniziert, im Mai für den FDP-Parteivorsitz zu kandidieren.

MICHAEL KAPPELER / KEYSTONE
Wolfgang Kubicki am ausserordentlichen Bundesparteitag der FDP
MICHAEL KAPPELER / KEYSTONE

«Eine gute Nachricht», betont Gauweiler. Kubicki sei kein klassischer Berufspolitiker, sondern ein lebenslanger Freiberufler und Anwalt, der ausserhalb des politischen Apparats stehe. Gerade diese Distanz verschaffe ihm Freiheit im Denken und Handeln. «Wer ausserhalb des politischen Apparats sein Geld verdient, spricht anders, riskiert anders», schreibt Gauweiler. Dies unterscheide ihn von vielen Vertretern der politischen Klasse.

Als zentrale Qualitäten nennt Gauweiler Schlagfertigkeit, Streitlust, rhetorische Souveränität und Nonkonformismus. Kubicki habe sich über Jahrzehnte als «Gegenredner» zum politischen Betrieb behauptet und stehe für Widerstand gegen «Glätte und Heuchelei». Seine Bedeutung liege weniger in Ämtern als in dieser dauerhaften Opposition zum Mainstream.

Kritik an Kubicki, er vertrete widersprüchliche Positionen, weist Gauweiler zurück. Die Erwartung, Politiker eindeutig einordnen zu können, sei Ausdruck eines vereinfachenden Denkens. «Es ist nicht ehrenrührig», auch untypische politische Positionen zu vertreten. Das freie Mandat dürfe nicht durch solche Zuschreibungen eingeschränkt werden.

Mit Blick auf frühere Kontroversen – etwa die Ministerpräsidentenwahl in Thüringen 2020 – sieht Gauweiler Kubickis Haltung teilweise als riskant, betont jedoch dessen Bereitschaft, Debatten offen zu führen und auch mit politisch Andersdenkenden im Gespräch zu bleiben. Gerade diese Gesprächsfähigkeit sei Teil einer liberalen Tradition.

Im Hintergrund steht die Krise der FDP. Gauweiler deutet an, dass Parteien oft erst in schwierigen Lagen Aussenseitern eine Chance geben. Für die Liberalen könne Kubicki eine solche Figur sein – jemand, der Politik nicht als «Amtsgenuss», sondern als «Kampfzone der Freiheit» verstehe.

Der Kommentar endet mit einem Appell an die FDP, auf Persönlichkeiten zu setzen, die auch gegen Widerstände handeln. Entscheidend sei die Fähigkeit, trotz widriger Umstände politisch standzuhalten und «dennoch» weiterzumachen.

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