Israel hat nach eigenen Angaben die strategisch wichtige Burg Beaufort im Süden des Libanon eingenommen und seine Bodenoffensive ausgeweitet. Das erklärte Verteidigungsminister Israel Katz. Die israelische Armee habe den Litani-Fluss überschritten und die auf einem Höhenzug gelegene Kreuzritterburg besetzt, die weite Teile des Südlibanon überblickt.
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Katz sprach von einer Rückkehr israelischer Soldaten auf den Beaufort-Gipfel, den Israel bereits während des Libanonkriegs 1982 kontrolliert hatte. Die Stellung galt bis zum israelischen Rückzug aus dem Libanon im Jahr 2000 als wichtiger Militärstützpunkt. Nach Angaben des Verteidigungsministers dient die gegenwärtige Operation dem Schutz israelischer Ortschaften in Galiläa sowie der Sicherung eigener Truppen.
Parallel dazu weitete die israelische Armee ihre Bodenoperationen auf weitere Gebiete im Südlibanon aus. Ziel sei der Ausbau einer vorgeschobenen Verteidigungslinie und die Beseitigung direkter Bedrohungen für den Norden Israels. Die Armee erklärte, die Einsätze in der Region des Beaufort-Kamms und des Wadi al-Saluki hätten bereits vor einigen Tagen begonnen.
Zugleich forderte Israel die Bewohner aller Gebiete südlich des Sahrani-Flusses zur sofortigen Evakuierung auf. Begründet wurde dies mit einer Intensivierung der Operationen gegen die Hisbollah. Die israelischen Streitkräfte meldeten zudem den Tod eines 21-jährigen Unteroffiziers, der durch eine Sprengstoffdrohne der Hisbollah getötet worden sei. Seit der Wiederaufnahme der Kämpfe Anfang März wurden nach israelischen Angaben 25 Israelis getötet, darunter 24 Soldaten.
Obwohl zwischen Israel und der Hisbollah seit dem 17. April offiziell eine Waffenruhe gilt, werfen sich beide Seiten fortlaufend Verstösse gegen die Vereinbarung vor. Die Hisbollah reklamierte zuletzt Raketenangriffe auf die nordisraelische Stadt Kirjat Schmona für sich. Israels Regierung verweist auf die Bedrohung durch die proiranische Miliz und rechtfertigt damit die Fortsetzung der Militäroperationen.
Der libanesische Ministerpräsident Nawaf Salam warf Israel eine Strategie der «verbrannten Erde» vor, verteidigte jedoch gleichzeitig die Fortsetzung direkter Gespräche mit Israel. Eine weitere Verhandlungsrunde unter US-Vermittlung ist für Anfang Juni in Washington geplant. Die Hisbollah lehnt sowohl die Gespräche als auch das bestehende Waffenruhe-Abkommen weiterhin ab.