«The British Museum Is Falling Down» lautet der Titel eines Romans des verstorbenen britischen Schriftstellers David Lodge über den gesellschaftlichen Zustand seines Landes. Das Buch ist zwar vor sechzig Jahren erschienen, aber aktueller denn je.
Grossbritannien sieht sich wieder einmal vor einer existenziellen Umwälzung. Die traditionellen politischen Parteien, Labour, Konservative und Liberale, haben ausgedient. Die Neuen sind noch nicht angekommen.
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Grüne Fundamentalisten unter dem Aktivisten Zack Polanski und die national-konservative Partei Reform UK mit dem charismatischen Nigel Farage haben zwar mehr denn je Zuspruch, aber noch kaum etwas vorzuweisen. Dabei sind die Herausforderungen tatsächlich enorm: hohe Lebenshaltungskosten, horrende Überschuldung, kaum kontrollierte Migration, ein unsinnig teures Gesundheitssystem, ein ineffizientes Erziehungswesen und eine marode Infrastruktur.
So hoffen viele auf den Wahltag am 7. Mai. Dann werden in England die Lokalbehörden gewählt, Schotten und Waliser bestellen ihre Regionalparlamente neu. Labour und Konservative werden voraussichtlich eine Riesenschlappe einfahren. Und dann?
Premierminister Keir Starmer wird in absehbarer Zeit zurücktreten. Sein Labour-Nachfolger wird im gleichen Stil weiterwursteln. Die nächste Parlamentswahl findet 2029 statt. Bis dahin zerbröselt das Museum weiter – und steht erstaunlicherweise trotz allem noch.