US-Präsident Donald Trump hat Oman wegen angeblicher Gespräche mit dem Iran über eine gemeinsame Kontrolle der Strasse von Hormus offen gedroht und zugleich klargemacht, dass Washington keinerlei iranischen Einfluss auf die strategisch wichtige Wasserstrasse akzeptieren will. «Oman wird sich verhalten wie alle anderen, sonst müssen wir sie bombardieren», sagte Trump bei einer Kabinettssitzung im Weissen Haus. «Sie verstehen das. Es wird schon gutgehen.»
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Auslöser der scharfen Worte sind Berichte über Gespräche zwischen omanischen und iranischen Vertretern über mögliche Transitgebühren für Schiffe in der Strasse von Hormus. Die Wasserstrasse gilt als zentrale Lebensader des weltweiten Energiehandels. Rund 20 Prozent des globalen Öltransports laufen durch die Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman.
Die Öffnung der Passage ist zu einem Kernpunkt der Verhandlungen über ein Ende des seit drei Monaten andauernden Kriegs zwischen den USA und dem Iran geworden. Der Iran hatte die Route nach den Angriffen der USA und Israels im Februar faktisch blockiert. Zwar kündigte Trump im April eine Waffenruhe an, diese war jedoch an die vollständige Wiederöffnung der Meerenge geknüpft. Bis heute bleibt der Schiffsverkehr stark eingeschränkt.
Die Folgen zeigen sich bereits auf den Weltmärkten. Die Energiepreise steigen, gleichzeitig warnte die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen zuletzt vor einer möglichen globalen Versorgungskrise infolge der gestörten Handelsrouten.
Oman spielt in den indirekten Gesprächen zwischen Washington und Teheran seit Jahren eine wichtige Vermittlerrolle. Das Sultanat unterhält gute Beziehungen zu beiden Seiten und war bereits bei früheren Atomverhandlungen als diskreter Kanal zwischen dem Iran und den USA tätig. Anders als mehrere arabische Staaten gehört Oman allerdings nicht zu den sogenannten Abraham-Abkommen der Trump-Regierung.