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Grüezi miteinander, ganz herzlich willkommen und einen wunderschönen guten Tag, meine sehr verehrten Damen und Herren, liebe Freunde aus nah und fern. Ich begrüsse Sie zu dieser Sondersendung von Weltwoche Daily. Die andere Sicht unabhängig, kritisch, gut gelaunt und immer mittendrin im Trubel, im Tohuwabohu. des Geschehens, wie Sie vielleicht unschwer erkennen können am heutigen Montag, dem 13. April 2026, befinde ich mich in einem Land mit grün-weiss-roten Landesfahnen. Es ist nicht Italien, es ist Ungarn. Und was Sie da im Hintergrund sehen, jetzt knapp vor Mitternacht in Budapest, ist der schrankenlose Jubel. Der Wahlgewinner. Es ist ein Generationenwechsel, der jetzt stattfindet, hier zu besichtigen. Tausende von jungen Leuten, die da über die Gehwege zelebrierend, feiernd laufen. Wir haben Liebespaare gesehen, Kollegen, ganze Völkerwanderungen sind da im Gange, die jubeln über den Machtwechsel in Ungarn. Nach einem Erdrutschsieg des Herausforderers Peter Magyar, der jetzt in die Burg einziehen wird, die gleich da oben beleuchtet zu sehen ist. Viktor Orban nach 16 Jahren abgewählt mit einem, man muss es sagen, brutalen Resultat. Wir haben uns unterhalten mit Kurt Zimmermann, der auch hier gerade in Budapest ist. Wir haben geschichtlich etwas zurückgeblättert. Wann hat es ähnlich... Brutale, niederschmetternde Beendigungen von langen politischen Karrieren gegeben. Und es sind uns dann ein paar Namen eingefallen. Zum einen Helmut Kohl nach 16 Jahren, der deutsche Bundeskanzler der Einheit, der fast mit Schimpf und Schande davongejagt wurde, dann noch mit einem Parteien-Skandal. Ins Abseits gerückt, dann ein Winston Churchill, natürlich 1945, nach gewonnenem Zweiten Weltkrieg, von der Labour Party, also regelrecht weggeräumt, und auch ein anderer Gigant der europäischen Geschichte, Charles de Gaulle, nach einem verlorenen Referendum 1969, ins Exil und dann auch kurz darauf ab, in den Tod, allerdings schon im 80. Lebensjahr. gegangen. Also das ist schon eine Zäsur, das ist ein Einschnitt, der in diesem Ausmass nicht erwartet worden ist, also von mir auf keinen Fall erwartet und man kann jetzt rückblickend etwas analysieren. Wir waren an der Wahlparty der Fidesz-Partei und da ist schon ziemlich bald eine... Begräbnisstimmung ausgebreitet hat und dann nach Bekanntgabe der Wahlresultate eine Art Keraus-Atmosphäre mit noch ein paar von Galgenhumor beseelten letzten Weggefährten, die da die Stellung gehalten haben, aber schon niederschmetternd. Man hat gemerkt, auch dort war man irgendwie überrascht, dass jetzt dieser Schnellaufsteiger Peter Magyar, in eigentlich relativ kurzer Zeit einen solchen Erfolg einfahren konnte. Man hatte jetzt auf Seiten seiner Befürworter beobachten, damit gerechnet, dass er vielleicht knapp gewinnen würde. Aber das Gegenteil ist der Fall. Also ein riesiger Sieg. Was sind Gründe für eine Niederlage von Viktor Orban? Bevor wir darüber sprechen, vielleicht noch kurz etwas zum Auftritt des langjährigen Amtsinhabers. Man muss sagen, und dies auch etwas gegen die Interpreten und die Anti-Orban-Lobby, Viktor Orbans Abwahl hat einen, wie soll ich sagen, eine... Das ist Demokratie. Es ist der Erfolg der Demokratie. Wir haben immer hören können, Ungarn sei eigentlich gar keine richtige Demokratie mehr. Das sei so eine Pseudodemokratie, eine Orbanokratie. Und Sie sehen hier, die Leute sind also ausser sich. Die haben Weihnachten, Ostern und Geburtstag alles in einem. Nein, man hat immer gehört, Ungarn sei keine richtige Demokratie mehr. Ich glaube, das kann man vergessen. Ungarn ist eine Demokratie. Und obwohl ja angeblich Orban alle Kommunikationskanäle beherrscht hätte, bis zu diesem klaren Resultat gekommen. Er hat die Niederlage auch sofort eingestanden. Auch da gab es Stimmen, die orakeltaten. Orban werde die Niederlage nicht akzeptieren. Dummes Zeug, er hat sofort eingeräumt, hat gesagt, er gratuliere dem Gewinner und er werde mit der Fidesz-Partei in der Opposition weiter kämpfen. Was also sind die Gründe für diese Niederlage? Natürlich immer etwas fadenscheinig jetzt, wenn Journalisten aus dem Rückblick besserwisserisch alles zu durchschauen glauben, was sie im Voraus nicht sehen konnten. Aber vielleicht gibt es doch den einen oder anderen. Faktor. Was man sicher sagen kann, Orbáns Strategie, den Wahlkampf auf außenpolitische Themen zu fokussieren, ist krachend gescheitert. Er hat ins Zentrum gestellt, sich als Friedensmann. Die Verhinderung des Kriegs, er hat gesagt, mein Gegenkandidat Magyar werde Ungarn in den Krieg hineinziehen. Und dieses Argument hat offensichtlich nicht verfangen. Zweitens hat er den Kulturkampf ins Zentrum gestellt gegen Vogue, gegen diesen Pseudoliberalismus. Auch das scheint an den letzten Wahlkampfveranstaltungen nicht wirklich die Leute mobilisiert und innerlich aufgerüttelt zu haben. Und so hat vielleicht Viktor Orban etwas an den Lebenswirklichkeiten der Ungarn vorbei argumentiert. Und was ihm zum Schluss... Das haben uns auch Fidesz-Leute gesagt, seiner Partei an der Wahlkampfveranstaltung, was am Schluss auch ein Tiefschlag war. Die ganze Geschichte um seinen Aussenminister Peter Siarto, da haben ja die Geheimdienste natürlich in einer klassischen Einmischung in Ungarn Geheimdienstinformationen durchgestochen, Telefonate mit der russischen Seite. Das erlaubte es natürlich den Gegner und hat auch bei den Wählern offensichtlich den Eindruck erzeugt, dass hier also eine allzu grosse Nähe vorhanden gewesen sei. Quasi die Bestätigung all dessen, was ja die Kritiker Orbán immer schon vorgeworfen hatten. Gegenkandidat Magyar hat demgegenüber die Innenpolitik ins Zentrum gerückt, nach Darstellung von Kurt Zimmermann, der uns ja auch die ganze... Die Vorschau, Vorbereitung hier den Wahlkampf verfolgt hat, die fehlenden Toilettenpapierrollen in den Spitälern, also die nicht funktionierende Infrastruktur, innenpolitische Probleme, die haben einen wichtigen Einfluss auf diesen Wahlausgang gehabt. Und das hat eben Orbán viel zu wenig angesprochen. Natürlich dann auch die Fragen... Dass im Umfeld des Premierministers, vor allem auch Wirtschaftskreise, die von diesen 16 Jahren profitiert haben, dass da zu viele Leute zu schnell aus dem Umfeld des Premierministers reich geworden sind. Man hat von Korruption geredet. Schwierig das zu beurteilen von aussen. Verfilzung hat es sicherlich gegeben. Auf jeden Fall, wie auch immer man das interpretiert, an Klarheit lässt dieses Resultat nichts zu wünschen übrig. Der Jubel... Man sieht es, es ist riesengroß. In Brüssel werden natürlich auch einigen Leuten tonnenschwere Steinbrocken vom Herzen gefallen sein. Sie sind nun einen Hindernisblock, eine Wegsperre, quasi eine Panzersperre losgeworden, die natürlich in der Vergangenheit sich da immer wieder quergestellt hat gegenüber den Brüsseler Eurokraten, wie Orban sagt. Und man wird jetzt gespannt sein zu beobachten, was diese Abwahl in Brüssel auslöst. Ob das dort den Übermut entfacht, ob dann eben die Zentralisten und die Eurokraten jetzt glauben, tatsächlich über Wasser laufen zu können. Sie haben mit Kräften alles versucht. Sie haben nach Kräften versucht, natürlich diesen Premierminister auch wegzubringen, haben sich massiv eingemischt, aber am Schluss haben die Ungarn... entschieden, haben sich selber ein Urteil gebildet, da gibt es jetzt kein Jammern, auch für die Orban-Anhänger nicht. Und Sie sehen, es ist also Partystimmung und auch unter Einfluss bewusstseinserweiternder Substanzen geben sich da die Leute diesem Wahlerfolg hin. Wir lassen es mal an diesem Moment... Sitzen und sich setzen. Wir verabschieden uns mit diesen Impressionen aus Ungarn. Es wird interessant sein, schon auch ein Gezeitenwechsel jetzt in der Europäischen Union. Und wenn die EU nach diesem Triumph jetzt für die EU, die Niederlage Orbans, übermütiger werden sollte und noch mehr diesen Brüsseler Einfluss zur Geltung bringt, dann wird das vielleicht irgendwann auch ins Gegenteil umschlagen. Auf jeden Fall jetzt Wechselstimmung. Demokratische Neuorientierung hier in Ungarn und alle, die sich gefragt haben, ob in Ungarn eine funktionierende, eine richtige Demokratie ist, die können sich jetzt also beruhigt zurücklehnen und sagen, Ungarn, dieses immer wieder heruntergeschriebene Land, hat bewiesen, dass hier die demokratischen Mechanismen voll spielen und wir melden uns dann zeitnah zurück. Nach weiteren Gesprächen und Eindrücken hier aus der Hauptstadt, mit übrigens der prächtigen Kettenbrücke im Hintergrund, es ist prächtig illuminiert und ja, ein Fest der Demokratie, ein Fest des Machtwechsels, junge Leute, Generationenwechsel. Seien wir gespannt, was da auf uns zukommt. Wir bleiben am Ball, wir halten Sie auf dem Laufenden. Bis dann

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Riesenjubel in Budapest: Brutale Niederlage für Orbán, Erdrutschsieg des Herausforderers Magyar, Ungarns Demokratie intakt, jetzt noch mehr Hoch- und Übermut in EU-Brüssel?

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Riesenjubel in Budapest: Brutale Niederlage für Orbán, Erdrutschsieg des Herausforderers Magyar, Ungarns Demokratie intakt, jetzt noch mehr Hoch- und Übermut in EU-Brüssel?
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Kapitel

  1. Einleitung und Begrüssung zur Sondersendung
  2. Thema der Sendung und Standort des Sprechers
  3. Jubelszenen in Budapest nach Wahl
  4. Erdrutschsieg von Peter Magyar und Abwahl von Viktor Orban
  5. Vergleich mit historischen politischen Niederlagen
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