Die in Deutschland etablierte Brandmauer gegen die AfD sei die «absolut dümmste Idee, die Erwachsene haben könnten». Dies sagt Ben Berndt, Gründer des Podcasts «Ungeskriptet», im Interview mit der Weltwoche.
Berndt kritisiert, dass der Begriff des Demokratieschutzes in der aktuellen politischen Debatte umgedeutet werde. Wenn man die Medien verfolge, werde suggeriert, das grösste Problem sei das mögliche Machtstreben der Opposition. Berndt bezeichnet diese Logik als «Schutz vor der Opposition». Es sei widersprüchlich, die Ausgrenzung einer demokratisch legitimierten Partei als Beweis für eine «besonders gute Demokratie» zu verkaufen. Die aktuelle Situation in Deutschland sei «total hanebüchen», da etablierte Parteien wie die Grünen erklärten, sie würden Oppositionsabgeordnete nicht einmal grüssen.
Berndt beobachtet zudem eine massive Diskrepanz zwischen der öffentlichen und der privaten Meinung im Land. Viele Bürger seien «hochgradig unzufrieden» mit der aktuellen Politik, trauten sich jedoch nicht mehr, ihre Ansichten öffentlich zu äussern.
Ein wesentliches Kriterium für ein demokratisches Land sei jedoch der Umgang mit der Opposition. Bestrebungen, diese zu verbieten oder vom Geheimdienst überwachen zu lassen, seien Anzeichen für ein «nicht demokratisches Land». Berndt warnt davor, dass ein Staat seine Legitimität verliere, wenn er den Diskurs derart einschränke und Kritiker pauschal diffamiere.
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