Bundessozialministerin Bärbel Bas beklagt persönliche Anfeindungen und Hassbotschaften gegen ihre Person. Die SPD-Politikerin sagte beim «Ständehaus-Treff» der Rheinischen Post in Düsseldorf, sie sei «so ein personifiziertes Feindbild geworden».
Die 58-Jährige schilderte, dass es ihr nicht immer leichtfalle, die zahlreichen Beleidigungen auszuhalten. «Das ist schon sehr persönlich, ja», sagte Bas. Vieles von dem, was sie über sich lesen müsse, bleibe «nicht so einfach in den Klamotten hängen». Besonders kritisierte sie Angriffe aus rechten Netzwerken. Diese versuchten aus ihrer Sicht, starke und selbstbewusste Frauen mit Hass und persönlichen Attacken kleinzukriegen.
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Besonders belastend sei es, wenn Anfeindungen Kinder von politisch engagierten Menschen erreichten. «Und jetzt bin ich schon fast froh, keine eigenen Kinder zu haben», sagte Bas. Zwar erstatte sie nur in wenigen Fällen Anzeige, dennoch sei die Situation schwierig. Es gehe dabei nicht um sachliche Kritik, sondern um Hass. Bas berichtete auch von «Vergewaltigungsfantasien» und anderen persönlichen Angriffen. Ziel solcher Kampagnen sei es, Menschen so unter Druck zu setzen, dass sie aufgäben.
Für sie selbst komme das jedoch nicht in Frage. Auch wenn ihr in stressigen Phasen der Gedanke komme: «Ich könnte es mir mal irgendwie einfacher machen», entscheide sie sich dagegen. «Nein, den Gefallen tue ich denen nicht», sagte die Politikerin. Zugleich räumte sie ein: «Je härter und stärker das wird, umso mehr denkt man darüber nach: Wie lange hält man das aus?»
Bas betonte zudem, Politiker machten nicht immer alles richtig und seien «keine Superhelden». Demokraten dürften sich aber nicht zurückziehen. «Demokratinnen und Demokraten, wir dürfen uns nicht zurückziehen und den Populisten das Feld überlassen», sagte sie unter Applaus des Publikums. Zudem räumte sie ein, gelegentlich missverständliche Aussagen zu machen. Über solche Themen tausche sie sich auch regelmässig mit Bundeskanzler Friedrich Merz aus.